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Bad und WC nicht nutzbar - Urteil zur Höhe der Mietminderung

Ist die Badewanne als einzige Duschmöglichkeit und das WC nur sehr eingeschänkt nutzbar, kann eine Mietminderung um 25 % angemessen sein.

Erhebliche Gebrauchsbeeinträchtigungen stellen einen Mangel dar, der meist auch zur Mietminderung berechtigt. Voraussetzung ist, dass der Vermieter von dem Mangel weiß:

Mangel anzeigen und Rechte geltend machen

Schwer einzuschätzen ist für Mieter und auch für Fachleute immer, wie hoch die Mietminderung sein darf. Das beurteilt sich immer nach den Umständen des Einzelfalls, wie im Urteil des Landgerichts Berlin.

Leitungsschaden führte zu eingeschränkter Nutzbarkeit von Bad und WC

Es ging um eine Wohnung, die ein Bad mit Badewanne und WC hatte. Ein Leitungsschaden führte dazu, dass nur sehr eingeschränkt Wasser aufgedreht werden konnte. Etwa acht Monate konnte im WC nur sehr umständlich gespült werden, und das Duschen (in der Badewanne) war fast nicht möglich.

Der Mieter hatte vom Vermieter Rückzahlung verlangt und ihn schließlich verklagt.

Das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg entschied, in diesem Falle sei eine Minderung der Wohnungsmiete um 25 % gerechtfertigt, denn es gebe in der Wohnung keine andere Möglichkeit zum Duschen und auch keine zweite Toilette.

25% Mietminderung - Bad und WC konnten kaum genutzt werden, Urteil Landgericht Berlin

Das Landgericht Berlin (Urteil vom 3.8.2018, Az. 66 S 26/18) entschied in diesem Fall, dass 25 Prozent Mietminderung angemessen seien. 

Hinweis


Bei Funktionsräumen (Küche, Bad, WC) wird bei einer Mietminderung oft nicht die anteilige Fläche angesetzt, die ja meist recht klein ist, sondern es wird berücksichtigt, dass der Mieter im Gebrauch der ganzen Wohnung eingeschränkt ist, wenn z.B. das WC nur sehr eingeschränkt benutzt werden kann oder nicht geduscht oder nicht gekocht werden kann.

Der Mieter hatte übrigens nicht gleich einen Rückforderungsvorbehalt erklärt, dennoch musste der Vermieter den entsprechenden Betrag auch für die Anfangszeit zurückzahlen.

Hinweis


Es ist riskant, die Miete einfach teilweise einzubehalten: Eine Kündigung kann die Folge sein, und das sorgt für unnötigen Stress. Senden Sie dem Vermieter - am besten schon mit der Mängelanzeige - frühzeitig einen Rückforderungsvorbehalt, und fordern Sie nach Beseitigung des Mangels die entsprechenden Beträge zurück - dann ist man auf der sicheren Seite.
Nehmen Sie frühzeitig fachkundigen Rat in Anspruch.


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