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Mangel, Mietminderung - provisorische Reparatur als Mieter dulden?

Wenn ein Mangel eingetreten ist, und der Mieter provisorische Arbeiten verweigert, kann das den Anspruch auf Mietminderung ausschließen.

Als Mieter oder Mieterin haben Sie den Anspruch, dass der Vermieter auftretende Mängel so beseitigt, dass der Gebrauch Ihrer Mietwohnung nicht mehr erheblich beeinträchtigt ist. 
Mangel anzeigen - Rechte sichern

Provisorische Arbeiten sind keine ordentliche Vertragserfüllung. Damit müssen Sie sich also nicht zufriedengeben, es besteht ein Anspruch auf fachgerechte Beseitigung des Mangels.

Aber manchmal empfiehlt es sich doch, provisorische Maßnahmen erst einmal zuzulassen, weil sie die Auswirkungen des Mangels verringern können.

Vermieter will zunächst proviorische Arbeiten als vorläufige Reparatur ausführen

In einer Mietwohnung war die Gastherme ausgefallen, die Wohnung konnte nicht mehr beheizt werden und es gab kein warmes Wasser mehr. Der Vermieter gab an, kurzfristig lasse sich das nicht reparieren. Er bot an, auf seine Kosten Radiatoren aufzustellen und einen 80-Liter-Boiler aufzuhängen. Das wollte der Mieter nicht.

Urteil: Mietminderung für die Zeit der Verweigerung provisorischer Arbeiten nicht möglich

Die Vertragsparteien stritten dann um die Mietminderung. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg entschied durch Urteil vom 4.12.2018 (Az. 224 C 297/18), der Mieter habe einen Anspruch auf Mietminderung (50 %) nur bis zu dem Zeitpunkt, in dem der Vermieter die provisorischen Arbeiten hätte durchführen können.

Hinweis

Herumstehende Radiatoren hätten den Gebrauch der Wohnung zweifellos auch beeinträchtigt, und ein 80-Liter-Boiler entspricht nicht der Leistung einer Gastherme. Andere Gerichte würden die Mietminderung vielleicht nicht völlig entfallen lassen.


Redaktion


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