Mieterhöhung nach Modernisierung - Umfrage zur geplanten Gesetzesänderung: Abstimmung hier  

Logo

Wasserleitung angebohrt - Kündigung Mietvertrag unberechtigt

Wird vom Mieter versehentlich eine Wasserleitung angebohrt, und ist keine grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen, dann kann dies eine Kündigung nicht rechtfertigen.

So entschied das Amtsgericht München in einem Urteil vom 9.3.2017 (Az. 424 C 27317/16).

Mieter verantwortlich für versehentliches anbohren einer Wasserleitung

Die Mieter der Wohnung hatten sich von einem Bekannten helfen lassen, Sockelleisten anzubringen. Der Helfer hatte dafür Dübel setzen wollen und dabei eine Wasserleitung angebohrt. Es entstand beträchtlicher Schaden, auch in der Wohnung darunter. Der Vermieter kündigte darauf den Mietvertrag fristlos und  hilfsweise kündigte er fristgemäß, und erhob Klage auf Räumung.

Mieter müssen sorgfältig vor dem Bohren in eine Wand Leitungsverlauf prüfen  

Das Amtsgericht wies die Räumungsklage ab. Es hielt zwar für fahrlässig, dass die Mieter 3 cm lange Dübel setzen ließen, obwohl sie keine genaue Kenntnis hatten, wo Leitungen verlaufen, und auch nicht durch Metalldetektor zweifelsfrei festgestellt war, dass dort keine Leitung sich befindet.

Kündigung wegen Beschädigung einer Wasserleitung durch Bohren war unberechtigt

Weil der tatsächliche Leitungsverlauf aber so nicht üblich und nicht zu erwarten gewesen sei, liege keine grobe Fahrlässigkeit vor. Dann aber sei auch eine Kündigung nicht berechtigt. Die gegen das Urteil gerichtete Berufung wurde zurückgewiesen.

Hinweis

Hier kommt es auf jede Einzelheit an. Selbstverständlich muss vor dem Bohren geschaut und möglichst geprüft werden, ob Leitungen betroffen sein können.
  • In unklaren Fällen ist es besser, den Vermieter / Verwalter zu fragen, selbst wenn man vermutet, dass der auch nichts Genaues weiß.

Redaktion


Hinweis

Durch Klick auf einen Tag erhalten Sie Inhalte zum Stichwort:

Kommentare:
Zu diesem Eintrag ist noch kein Kommentar vorhanden.
Geben Sie Ihren Kommentar ab:
Name:
bitte leer lassen:
bitte nicht verändern:
Kommentar: