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Sonne heizt Wohnung auf - muss Vermieter wegen Hitze handeln?

Sonne in der Wohnung ist etwas Schönes. Heizt sich eine Dachgeschosswohnung jedoch im Sommer unerträglich auf, weil die Dachflächenfenster keine Jalousien haben, bzw. kein anderer geeigneter Schutz gegen Sonneneinstrahlung vorhanden ist, dann liegt ein Mangel vor, der Vermieter muss handeln.

Starke Hitzebildung in der Wohnung, weil ein Sonnenschutz fehlt, muss nicht akzeptiert werden

  • Einen starken Hitzestau, der sich durch das Fehlen eines geeigneten Sonnenschutzes ständig in der Wohnung bildet, müssen Mieter nicht akzeptieren. Deshalb kann, wie in einem konkreten Fall geschehen, z.B. der Anspruch auf Nachrüstung von Jalousien gegenüber dem Vermieter durchgesetzt werden.
  • Wichtig: Der Mieter muss nicht die kostengünstige Anbringung einer "Wärmeschutzfolie" dulden, wenn sie im Winter den Lichtdurchlass reduziert, die Wohnung verdunkelt. Hierzu muss er ggf. konkrete Angaben machen, wie die Zivilkammer 65 des Landgerichts Berlin meint. 

Wenn der Vermieter keinen geeigneten Sonnenschutz für die Wohnung stellt

Bleiben Briefe an den Vermieter erfolglos, so ist empfohlen, Klage zu erheben. Die Klage geht beispielsweise auf die Verpflichtung des Vermieters, 

  • "durch geeignete Maßnahmen einen fachgerechten, den Regeln der Technik (DIN 4108-2; 2003-07) entsprechenden sommerlichen Wärmeschutz in der Wohnung herzustellen."

Der Anspruch kann, wenn der Vermieter von sich aus nicht tätig wird, nach gewonnenem Prozess im Rahmen der Zwangsvollstreckung durch Gestattung einer Ersatzvornahme durchgesetzt werden. Dazu wird ein Kostenvoranschlag eingeholt. In einem konkreten Fall wurden Kosten in Höhe von fast 6.000 € für das Anbringen von Jalousien ermittelt. Das Gericht verpflichtete den Vermieter zur Vorschusszahlung und die Arbeiten konnten durchgeführt werden.

  • Empfehlenswert ist es, den Vermieter bei der Durchführung der Arbeiten hinzuzuziehen, um im Falle von Handwerkermängeln nicht in die Haftung genommen zu werden.

Mietminderung wegen zu hohen Raumtemperaturen - überhitzte Wohnung

Mieter können ggf. auch die Miete mindern. Z.B. hat das Amtsgericht Hamburg (AZ: 46 C 108/04) festgestellt, dass eine Wohnung, die sich im Sommer deutlich über 26 Grad aufheizt, mangelhaft ist.


Hinweis

Anwaltliche Unterstützung ist in allen Fällen einer Ersatzvornahme und einer beabsichtigten Mietminderung sehr empfohlen.

Michael Busch, Rechtsanwalt
10963 Berlin
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