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Schaden Bodenbelag - Schönheitsreparatur Teppichboden, PVC Belag

Wurde eine Wohnung mit Teppichboden oder mit PVC-Fußbodenbelag angemietet, dann stellt sich bei der Wohnungsrückgabe häufig die Frage, ob bei diesen Bodenbelägen eine Schönheitsreparatur fällig sein kann? 

  • In der Rechtsprechung hat sich herausgebildet, dass ein Mieter nicht zu einer Neuverlegung eines Bodens verpflichtet ist, wenn dieser sich im Laufe des Mietverhältnisses normal abgenutzt hat, denn die normale Abnutzung dieser Bodenbeläge bezahlt der Mieter mit seiner Miete. 

Vereinbarung im Mietvertrag, dass ein verbrauchter, abgenutzter Boden ersetzt werden soll

Ist im Mietvertrag vereinbart, dass ein abgenutzter Teppichboden (oder auch PVC Boden, Laminat) im Rahmen der Schönheitsreparaturen vom Mieter ersetzt werden muss, so ist eine solche Klausel unwirksam. 

Wohnungsrückgabe - Vereinbarung über Reinigung des Bodenbelags 

  • Eine Vereinbarung im Mietvertrag, dass der Mieter bei Beendigung des Mietverhältnisses eine Grundreinigung an dem Teppichbelag oder einem PVC Boden schuldet, ist jedoch zulässig. 

Durch normale Abnutzung eines Bodenbelags entsteht dem Mieter kein Schaden 

Ist im Mietvertrag nichts weiter vereinbart, dann gilt immer, dass eine normale Abnutzung des Bodens in den Verantwortungsbereich des Vermieters fällt. Zur zulässigen Nutzung gehört z.B., dass durch Möbel entstandene sichtbare Druckstellen auf einem Bodenbelag vorhanden sein dürfen. 

Druckstellen, Laufstraßen, Ausbleichungen durch Sonneneinwirkung auf Bodenbelag

Auch wenn ein Teppich oder PVC-Belag durch Sonneneinwirkung an manchen Stellen ausgeblichen sein sollte, so gilt dies als normale Abnutzung und dem Mieter entsteht kein Schaden.

  • Auch durch normale Benutzung entstandene Abdrücke, Druckstellen von Möbeln stellen keinen Schaden dar.
  • Sichtbare Laufstraßen auf solchen Böden fallen ebenfalls in den Bereich der normalen und zulässigen Nutzung. 

Mieter schuldet Schadenersatz bei von ihm an einem Bodenbelag verursachten Schäden

Nur wenn ein Mieter solche Bodenbeläge unsachgemäß beansprucht, benutzt und damit beschädigt hat, dann kann dies dazu führen, dass ein Vermieter Anspruch auf Schadenersatz hat. 

  • Brandflecken, andere große Flecken, ein Loch oder Löcher, Wachsflecken im Teppichboden, können dazu führen, dass der Vermieter Schadenersatz verlangen darf. 
Hinweis

Für die Beseitigung eines solchen Schadens muss der Mieter aber nicht 100 Prozent der Kosten für die Erneuerung bezahlen. Der Vermieter muss sich einen Abzug, "neu für alt", gefallen lassen. 

Kann ein Schaden mit einer Reparatur (oder Reinigung) behoben werden, dann ist ein Abzug "Neu für Alt" nicht möglich.

  • Im Allgemeinen geht man davon aus, dass die "Lebensdauer" eines normalen Teppichbodens ca. 10-12 Jahre beträgt. 
  • Die durchschnittliche Lebensdauer eines PVC Bodenbelags liegt, je nach Qualität, bei ca. 8-15 Jahren. 
  • Eine mögliche Entschädigungszahlung an den Vermieter ist umso geringer, je älter der Bodenbelag der Wohnung ist.

Kein Schadenersatz, wenn der Bodenbelag die wirtschaftliche Lebensdauer erreicht hat
Gerichte haben auch schon geurteilt, dass eine ca. 10 Jahre alte Auslegware in normaler Qualität die Lebensdauer erreicht hat und keinen wirtschaftlichen Wert mehr darstellt.

  • In solch einem Fall muss dann der Mieter, wegen des anzurechnenden Abzugs, neu für alt, 0 Euro an den Vermieter bezahlen, auch wenn z.B. Löcher oder Brandflecken im Bodenbelag sind.

Lesetipp


Tipp


Melden Sie einen Schaden Ihrer Haftpflichtversicherung. Wenn Mietsachschäden versichert sind, dann ist eine Schadensregulierung über die Versicherung möglich.


Redaktion


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