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JobCenter - Wohnkosten, Miete - angemessene Kosten der Unterkunft

Welche Wohnkosten gelten als angemessen für Bezieher von Leistungen vom JobCenter oder Sozialamt? Die Angemessenheit der Kosten der Unterkunft (KdU) ist in den Bundesländern unterschiedlich festgelegt.

  • Es  kommt einerseits darauf an, wie viele Personen zu der Bedarfsgemeinschaft gehören.
  • Dann gibt es Richtwerte dafür, welche Wohnungsgröße für einen Haushalt / eine Bedarfsgemeinschaft angemessen ist.
  • Und es gibt Richtwerte für die angemessene Bruttokaltmiete, also die Nettomiete plus der kalten Betriebskosten, wobei (ein Stück weit) die übliche Höhe der Mieten in den jeweiligen Städten und Gemeinden berücksichtigt wird.
  • Heizkosten werden meist separat an einem bundesweiten Heizkostenspiegel gemessen und beurteilt.

Beispiele


In Berlin gilt beim Neuabschluss von Mietverträgen seit 2015 der Richtwert von 437,40 EUR für die Bruttokaltmiete (das entspricht bei 60 qm einer Miete von 7,29 EUR bruttokalt/qm). Bei einer 4-Personen Bedarfsgemeinschaft liegt der Richtwert bei 587,35 EUR bruttokalt.
Die Beurteilung der Heizkosten basiert auf dem bundesweiten Heizspiegel und differiert je nach Energieträger und Art der Warmwasseraufbereitung.

In Wohngebäuden mit 501-1000 qm Wohnfläche und Erdgas-Versorgung beträgt der Grenzwert für eine 2-Personen Bedarfsgemeinschaft 85,80 EUR monatlich. Für eine 4-Personen Bedarfsgemeinschaft liegt der Grenzwert bei 121,55 EUR monatlich.

Auch in München werden die Bruttokaltmiete und die Heizkosten gesondert beurteilt. Hier liegt die Angemessenheitsgrenze für die 4-Personen Bedarfsgemeinschaft in einer Wohnung bis 90 qm bei 972,00 EUR bruttokalt.

Im Kreis Unna gilt als noch angemessen eine Miete von 559,55 EUR bruttokalt für eine 4-Personenbedarfsgemeinschaft in einer Wohnung bis zu 95 qm Wohnfläche.

Hinweis


Welche Maßstäbe für die Gemeinde gelten, in der Sie wohnen oder wohnen wollen, müssen Sie bei den örtlichen Beratungsstellen erfragen.

Angemessenheit der Kosten bei Neuabschluss von Mietverträgen

Soll ein neuer Mietvertrag abgeschlossen werden, dann muss dabei die Angemessenheit der Miete beachtet werden, wobei 10 % Überschreitung meist akzeptiert werden. Ist die Miete höher, dann muss die Differenz selbst gezahlt werden, wenn keine Senkung der Wohnkosten erreicht werden kann.

Aufforderung zur Senkung der Wohnkosten

Auch bei einem schon bestehenden Mietvertrag wird die Höhe der Wohnkosten überprüft. Sind diese  unangemessen hoch, dann kann durch die Behörde verlangt werden, dass die Wohnkosten gesenkt werden. Dazu kann es kommen, wenn die Miete schon bisher zu hoch war. Aber auch wenn die Miete erhöht wird, die Betriebskosten steigen oder die Haushaltsgemeinschaft kleiner wird, können die Wohnkosten plötzlich zu hoch erscheinen.

Hinweis


Für die Senkung der Miete auf einen angemessenen Wert hat man in der Regel 6 Monate Zeit. Kann keine Senkung der Wohnkosten erreicht werden, kann ein Umzug erforderlich werden. 


Redaktion


Hinweis

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