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Insolvenz des Mieters - Privatinsolvenz

Ein Mieter, der Mieten für die Wohnung nicht zahlen kann, überschuldet ist, kann Privatinsolvenz anmelden.

Jeder Bürger, der überschuldet ist, kann Privatinsolvenz anmelden. Zweck eines Privatinsolvenz-Verfahrens ist einerseits, eine immer weitere Verschuldung zu vermeiden, andererseits ein Wettrennen zwischen denjenigen zu vermeiden, die von dem Bürger, der Bürgerin Geld zu bekommen haben.

Privatinsolvenzverfahren

Ziel des Privatinsolvenz-Verfahrens ist es,

  • alle Schulden in einer Liste aufzunehmen und andererseits festzustellen, welches Einkommen und Vermögen vorhanden ist.
  • Dann soll organisiert werden, dass aus diesen Mitteln jeder, der Geld zu bekommen hat (die sogenannten Gläubiger) grundsätzlich gleichmäßig bedient wird, wobei es aber bestimmte bevorrechtigte Forderungen gibt, wie z.B. Unterhaltsforderungen.
  • Es wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der darüber wacht, dass diese Regeln eingehalten werden.

Privatinsolvenzverfahren - als Mieter selbst beantragen

Jeder Bürger, jede Bürgerin kann selbst bei seinem Amtsgericht Privatinsolvenz anmelden.

Hinweis


  • Es ist unbedingt zu empfehlen, zuvor eine Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen. Viele Gemeinden und Wohlfahrtsverbände bieten solch einen Dienst an.

Privatinsolvenz wegen Mietschulden?

Wenn Sie nur Ihre Miete nicht bezahlen können, bisher nur Mietschulden aufgelaufen sind, keine anderen Schulden bestehen, wird die Anmeldung einer Privatinsolvenz meist nicht sinnvoll sein.

  • Allerdings führt ein Antrag auf Privatinsolvenz dazu, dass während der folgenden zwei Monate der Vermieter keine Kündigung wegen Zahlungsrückständen aussprechen kann, und auch später während des Insolvenzverfahrens nur unter besonderen Voraussetzungen.

Möglicherweise kann für die Begleichung der Mietschulden ein Darlehen beschafft werden, z.B. vom JobCenter oder Sozialamt:
JobCenter - Übernahme Mietschulden durch Verpflichtungserklärung 

Hinweis

Solche Verfahren brauchen einige Zeit. Kümmern Sie sich möglichst frühzeitig darum.

Beantragung Privatinsolvenz - was passiert nach Stellung des Antrags?

Ist ein Antrag gestellt, dann leitet das Gericht das Verfahren ein und bestellt einen Insolvenzverwalter. Wenn festgestellt ist, welche Forderungen bestehen, und wenn Einkommen und/oder Vermögen vorhanden ist, dann wird festgelegt, an welchen Gläubiger wieviel zu zahlen ist. Die weitere Vollstreckung durch einzelne Gläubiger ist ausgeschlossen.

  • Wenn der Privatinsolvenzschuldner (das ist der Bürger, der Privatinsolvenz angemeldet hat) sechs Jahre lang alle diese Verpflichtungen erfüllt hat, werden die restlichen Schulden gestrichen, sogenannte Restschuldbefreiung.
  • Nicht gestrichen werden aber Unterhaltsschulden, wenn der Unterhalt vorsätzlich pflichtwidrig nicht gezahlt wurde.
Hinweis

Die Dauer eines Privatinsolvenzverfahrens beträgt in der Regel 6 Jahre. Es kann möglicherweise verkürzt werden.
Eine Verkürzung auf 3 Jahre ist z.B. möglich, wenn der Schuldner 35 % der Gesamtschuld und die  Verfahrenskosten zahlt.  



Redaktion


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