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Wildschweine auf Grundstück - Vermieter muss diese verhindern

In der Nähe zum Wald gelegene Grundstücke sind öfter durch Wildschweine betroffen - dies müssen Mieter nicht hinnehmen.  

Hinweis


Wildschweine durch Fütterung anzulocken, ist immer zu unterlassen. Wer diese Tiere füttert, verursacht eine Gefahr für sich selbst und andere. Das kann zur Kündigung des Mietvertrags führen!

Vermieter muss das Eindringen von Wildschweinen auf ein Grundstück verhindern

Vermieter müssen Mieter davor schützen, dass Wildschweine auf ein Grundstück gelangen können. 

Das Landgericht Berlin, AZ: 67 S 65/14 urteilte in einem Fall, in dem ein Mieter einer im Erdgeschoss gelegenen Wohnung vom mehrfachen Auftauchen von Wildschweinen, teilweise mit Frischlingen, sich bedroht fühlte. 

Als ursächlich für das Eindringen der Tiere sah der Mieter einen defekten Zaun. Er forderte den Vermieter auf Schutzmaßnahmen zu ergreifen, den Zaun zu reparieren: 

Mängel mitteilen, Mietminderung und Ansprüche geltend machen 

Vermieter ergreift keine Maßnahmen, damit Wildschweine nicht auf das Grundstück können

Nachdem der Vermieter nicht reagierte, klagte der Mieter auf Behebung des Mangels: 
Mängel beseitigen - Instandsetzung gegen Vermieter einklagen  

Vermieter muss Wildschweine vom Grundstück fernhalten, Schutzmaßnahmen ergreifen

In der ersten Instanz (AG Wedding) konnte sich der Mieter nicht durchsetzen, aber das Landgericht Berlin entschied, dass der Vermieter verpflichtet sei, den Zaun zu reparieren, auch andere Schutzmaßnahmen zu treffen. 

Bereits die Befürchtung, dass die Tiere, besonders wenn sie mit Frischlingen unterwegs sind, eine Gefahr seien, Menschen verletzen könnten, sei ausreichend für das Vorliegen des Mangels.

  • Auch eine Mietminderung sah das Gericht als gerechtfertigt.
    Die Höhe ist jeweils vom Grad der Beeinträchtigung der Wohnnutzung abhängig:
    Mietwohnung, erhebliche Mängel - Nutzung beeinträchtigt, eingeschränkt?  
  • Die Mietminderung in diesem Fall: 
    "Der geltend gemachte Minderungsanspruch in Höhe von 10 bzw. 20 % der Bruttowarmmiete (durchschnittliche Minderung in Höhe von knapp 15 %) wird für angemessen erachtet. Dies berücksichtigt das Ausmaß der Gefahr bedingt durch den Umstand, dass es gerichtsbekannt in den kälteren Monaten Wildschweine eher in Wohngebiete zieht."



Redaktion


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