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Instandsetzung durch Vermieter - Laminat statt Teppichboden

Wenn ein Vermieter bei einer Instandsetzung eine wesentliche Änderung des Bodenbelags wünscht, z.B. einen Teppichboden durch Laminat ersetzen möchte, dann geht das nicht unbedingt ohne die Zustimmung des Mieters.

Vermieter will Teppichboden gegen Laminatboden austauschen

Ein solcher Fall wurde vor dem Landgericht Stuttgart (Az. 13 S 154/14) verhandelt. Der Vermieter wollte seiner Instandsetzungspflicht nachkommen, einen verbrauchten Teppichboden durch einen Laminatboden ersetzen. 

Der Mieter wandte sich gegen die Änderung des Bodenbelags mit dem Argument, dass die Wiederherstellung des Bodenbelags mit einem Teppichboden von erheblicher Bedeutung für das Wohngefühl sei. 

  • Das Landgericht Stuttgart befand: Wird der Teppichboden durch einen Laminatboden ersetzt, so ändere sich der subjektive Wohnwert erheblich. 

Vermieter sollte in der Regel den ursprünglichen Zustand der Mietsache wieder herstellen 

Ein Vermieter dürfe zwar im Rahmen seiner Erhaltungspflicht Veränderungen vornehmen, aber diese dürfen dann nur unwesentlich und ohne "Wertverlust" sein. Zudem müsse der Vermieter bei der Beseitigung von Mängeln möglichst den ursprünglichen Zustand der Mietsache wiederherstellen. 

Austausch Laminatboden gegen Teppichboden ist wesentliche Veränderung der Mietsache

Der Austausch von Teppichboden gegen Laminat sei aber eine wesentliche Veränderung. Das Interesse der Mieterin, das Wohngefühl zu behalten, wiege stärker als das Interesse des Vermieters an einem langlebigen Bodenbelag.
Der Vermieter musste gemäß dem Urteil den Teppichboden wiederherstellen, und zwar in der gleichen Art und Güte, wie er ehemals in der Wohnung verlegt worden war.

Hinweis


Gerichte können durchaus unterschiedlich urteilen. Dies sieht man an der ursprünglichen Entscheidung des Amtsgerichts Stuttgart, Urteil vom 06.10.2014 (Az. 34 C 3588/14). Das Gericht entschied, dass der Vermieter einen Laminatboden, statt eines Teppichbodens verlegen dürfe, da der Mieter "unwesentliche Veränderungen der Mietsache" hinzunehmen habe.
Die Vorteile eines Laminatbodens überwiegen zu Gunsten des Vermieters das Interesse der Mieterin, wieder einen Teppichboden zu erhalten, so das Gericht. 

In der Berufung vor dem LG Stuttgart (Az. 13 S 154/14) konnte sich die Mieterin dann durchsetzen, der Vermieter musste den Teppichboden wieder herstellen.


Redaktion


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