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Wohnungsrückgabe - Schaden an Laminat, Teppichboden - Urteil

Urteil: Nach langer Mietzeit müssen Schäden am Laminat oder Teppichboden bei Wohnungsrückgabe, Beendigung des Mietvertrags, oft gar nicht gegenüber dem Vermieter ersetzt werden.

Nach Beendigung eines seit 14 Jahren bestehenden Mietverhältnisses wollte ein Vermieter wegen Beschädigungen am Bodenbelag Schadenersatz vom ehemaligen Mieter bekommen.

Der Laminatboden der Wohnung sei durch Einkerbungen beschädigt, der Teppichboden habe zahlreiche Verfärbungen. Der Vermieter klagte vor dem AG Wiesbaden auf Schadenersatz.  

Schaden Laminatboden der Mietwohnung - kein Schadenersatz wegen langer Nutzungsdauer

Das Gericht stellte fest, dass das Laminat von einfacher Qualität sei, der Laminatboden nach 14 Jahren Nutzungsdauer keinen wirtschaftlichen Wert mehr habe - Verschleißerscheinungen seien vom Vermieter hinzunehmen. 

Selbst wenn man die Einkerbungen als Schaden ansehen wollte, müsse ein Abzug "Neu für Alt" vorgenommen werden, wodurch sich ein Anspruch auf Schadenersatz auf 0 reduzieren würde: 
Abzug Neu für Alt im Mietrecht - Schadenersatz des Mieters geringer.

Schaden am Teppichboden Mietwohnung - kein Schadenersatz wegen langer Nutzungsdauer

Dies gelte auch für die Verfärbungen am Teppichboden, da dieser nach einer solch langen Mietdauer ebenfalls keinen wirtschaftlichen Wert mehr habe, die Verfärbungen als gewöhnliche Abnutzungserscheinungen anzusehen seien: Wohnungsrückgabe - kein Schadenersatz für normale Abnutzung

Lange Mietdauer - normale Abnutzungen zählen zur Instandhaltungspflicht des Vermieters

Gewöhnliche Abnutzungen fallen nach einer solch langen Mietdauer sowieso an. Solche "Sowiesokosten" (z.B. Abschleifen und Grundieren einer Holztreppe) seien gewöhnliche Instandhaltungsmaßnahmen, die der Vermieter nach einer solch langen Mietzeit zu tragen habe.

  • Das AG Wiesbaden (Az. 93 C 2206/18) lehnte die geltend gemachten Ansprüche insgesamt ab, der Vermieter ging in Berufung. Ohne Erfolg - das LG Wiesbaden (Az. 3 S 31/19) bestätigte  durch Beschluss vom 28.05.2019 die Entscheidung des Amtsgerichts.  

Redaktion


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