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Abzug Neu für Alt im Mietrecht - Schadenersatz des Mieters geringer

Der „Abzug neu für alt“ bedeutet im Mietrecht, dass der Vermieter durch einen vom Mieter zu leistenden Schadenersatz nicht in den Genuss einer Wertsteigerung kommen soll.

Ein zu leistender Schadenersatz wird dadurch geringer, es ist weniger zu zahlen.  

Hinweis


Bei einem Schaden, den der Mieter verursacht haben soll, ist immer zu prüfen, ob die Grenze des vertragsgemäßen, normalen Gebrauchs überschritten ist, oder ob der Schaden auf eine normale Abnutzung im Rahmen der Dauer eines Mietverhältnisses zurückzuführen ist. Für normale Abnutzungen ist kein Schadenersatz zu zahlen: 
Wohnungsrückgabe - kein Schadenersatz für normale Abnutzung 

Abzug Neu für Alt - Mieter haben oft einen geringeren Schadenersatz zu zahlen

  • Der Abzug "neu für alt" ist häufig vom Vermieter hinzunehmen, wenn es um eine Zahlung von Schadenersatz durch den Mieter geht, und dem Vermieter durch den Austausch einer ganzen Sache eine Wertverbesserung entsteht. 

So z.B. bei Laminatboden, Bodenfliesen (Keramik), Wandfliesen, Badewannen und Duschtassen, Waschbecken, Parkettboden, Teppichfliesen, PVC Belag, Teppichboden etc. 

Schadenersatzforderung des Vermieters für vom Mieter beschädigten Teppichboden

Beispiel


Ein Mieter bezog eine Wohnung mit einem neuen Teppichboden. Nach 5 Jahren endet das Mietverhältnis. Bei der Wohnungsrückgabe wird festgestellt, dass der Teppichboden Brandflecken enthält, der Mieter diese verursacht hat.
Mieter und Vermieter stimmen darin überein, dass die wirtschaftliche Lebensdauer des verlegten Teppichbodens 10 Jahre beträgt, wegen der Brandflecken der Boden aber ausgetauscht werden muss.

  • Der Vermieter hat Anspruch auf ein einheitliches Erscheinungsbild des Bodenbelags. 
  • Das lässt sich häufig nicht mit einer Reparatur, Austausch eines Teils des Bodens erreichen - der Bodenbelag muss meist erneuert werden. 

Berechnung Zeitwert, Abzug Neu für Alt - Beispiel für beschädigten Bodenbelag

Man einigt sich darauf, dass der Bodenbelag in gleicher Güte und Qualität neu verlegt wird, die Rechnung beträgt 2.000 Euro.

Die Lebensdauer des Teppichs wurde einvernehmlich auf 10 Jahre festgelegt:

- Der Mieter hat in diesem Beispiel dem Vermieter 1.000 Euro als Schadenersatz zu zahlen, also 50% der angefallenen Kosten, da der ersetzte Teppichboden bereits 5 Jahre in der Wohnung lag,

  • die Hälfte seiner wirtschaftlichen Lebensdauer hinter sich hat - für diese Zeit ist kein Schadenersatz vom Mieter zu zahlen, damit also nur 50 Prozent für die restliche wirtschaftliche Lebensdauer.

Der neue Fußbodenbelag hat jetzt wieder eine Nutzungsdauer von ca. 10 Jahren.

  • Deshalb genügt in solchen Fällen immer die anteilige Zahlung eines Schadens, in unserem Beispiel die Hälfte der Kosten als Ausgleich an den Vermieter.

Berechnung des Abzugs Neu für Alt - wirtschaftliche Lebensdauer von Sachen, Gegenständen

Sehr wichtig für die Berechnung des Abzugs ist die jeweils anzusetzende "Lebensdauer" für eine beschädigte Sache.

Berechnung eines Schadenersatzanspruches unter Berücksichtigung des Abzugs Neu für Alt

Hier finden Sie eine Tabelle zu:

Auch bei Malerarbeiten kann ein Abzug Neu für Alt möglich sein

Auch für Malerarbeiten kann ein Abzug Neu für Alt in Frage kommen -
Schadenersatz für andersfarbig gestrichene Wohnungseingangstür.

Reparatur einer beschädigten Sache - kein Abzug "Neu für Alt" für Mieter

Wird nur die Reparatur einer vom Mieter beschädigten Sache vorgenommen, so gibt es keinen Abzug "neu für alt", den sich der Vermieter anrechnen lassen muss

- der Mieter hat dann normal übliche Reparaturkosten zu zahlen.

Hinweis


Melden Sie in jedem Fall einen Schadenersatzanspruch des Vermieters Ihrer Haftpflichtversicherung. Schäden, die Sie in der Mietwohnung verursachen, können gemäß Versicherungsbestimmungen von der Haftpflichtversicherung gedeckt sein und reguliert werden. 


Redaktion


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