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Abzug Neu für Alt im Mietrecht - Schadenersatz des Mieters geringer

Der „Abzug neu für alt“ bedeutet im Mietrecht, dass der Vermieter durch einen vom Mieter zu leistenden Schadenersatz nicht in den Genuss einer Wertsteigerung kommen soll. Ein zu leistender Schadenersatz wird dadurch geringer, es ist weniger zu zahlen.  

Hinweis

Bei einem Schaden, den der Mieter verursacht haben soll, ist immer zu prüfen, ob die Grenze des vertragsgemäßen, normalen Gebrauchs überschritten ist, oder ob der Schaden auf eine normale Abnutzung im Rahmen der Dauer eines Mietverhältnisses zurückzuführen ist.

Schadenersatzforderung des Vermieters für vom Mieter beschädigten Teppichboden

Beispiel

Ein Mieter bezog eine Wohnung mit einem neuen Teppichboden. 

Nach 5 Jahren endet das Mietverhältnis. Bei der Wohnungsrückgabe wird festgestellt, dass der Teppichboden Brandflecken enthält, der Mieter diese verursacht hat. Mieter und Vermieter stimmen darin überein, dass die wirtschaftliche Lebensdauer des verlegten Teppichbodens 10 Jahre beträgt, wegen der Brandflecken der Boden aber ausgetauscht werden muss. 

Hinweis

Der Vermieter hat einen Anspruch auf ein einheitliches Erscheinungsbild eines Bodenbelags. Oft lässt sich dieses nicht mit der Reparatur, Austausch eines Teils des Bodens erreichen und der Bodenbelag muss deshalb erneuert werden.

Man einigt sich darauf, dass der Handwerker xy den Bodenbelag in gleicher Güte und Qualität neu verlegt, die Rechnung schließlich beträgt 2.000 Euro.

Berechnung Zeitwert, Abzug Neu für Alt, für beschädigten Boden

Der Mieter hat in diesem Fall dem Vermieter 1.000 Euro als Schadenersatz zu zahlen, also 50% der angefallenen Kosten, da der ersetzte Teppichboden bereits 5 Jahre in der Wohnung lag (Lebensdauer des Teppichs 10 Jahre) und der Vermieter durch den Austausch des Bodenbelags einen neuen Teppichboden erhalten hat - 

  • der alte Teppichboden hat, in dem verwendeten Beispiel, die Hälfte seiner wirtschaftlichen Lebensdauer schon hinter sich - für diese Zeit ist kein Schadenersatz zu zahlen, damit also nur 50 Prozent für die restliche wirtschaftliche Lebensdauer.

Der neue Fußbodenbelag hat jetzt wieder eine Nutzungsdauer von ca. 10 Jahren. Deshalb genügt in solchen Fällen immer die anteilige Zahlung eines Schadens, in unserem Beispiel die Hälfte der Kosten, als Ausgleich an den Vermieter.

Abzug Neu für Alt (Alt gegen Neu) ist bei Schadenersatzzahlungen häufig möglich

  • Der Abzug "neu für alt" ist häufig vom Vermieter hinzunehmen, wenn es um eine Zahlung von Schadenersatz durch den Mieter geht, und dem Vermieter durch den Austausch einer ganzen Sache eine Wertverbesserung entsteht. 
So z.B. bei Laminatboden, Bodenfliesen (Keramik), Wandfliesen, Badewannen und Duschtassen, Waschbecken, Parkettboden, Teppichfliesen, PVC Belag, Teppichboden etc. 

Auch bei Malerarbeiten kann ein Abzug Neu für Alt möglich sein

Auch für Malerarbeiten kann ein Abzug Neu für Alt in Frage kommen - Schadenersatz für andersfarbig gestrichene Wohnungseingangstür.

Bei Reparatur einer beschädigten Sache gibt es keinen Abzug "Neu für Alt"

Wenn nur die Reparatur einer vom Mieter beschädigten Sache vorgenommen wird, so gibt es keinen Abzug "neu für alt", den sich der Vermieter anrechnen lassen muss - der Mieter hat dann normal übliche Reparaturkosten zu zahlen.

Tipp

Hier finden Sie eine Tabelle zu: 

Beispiel für die Berechnung eines Schadenersatzanspruches:

Hinweis

Melden Sie in jedem Fall einen Schadenersatzanspruch des Vermieters Ihrer Haftpflichtversicherung. Schäden, die Sie in der Mietwohnung verursachen, können gemäß Versicherungsbestimmungen von der Haftpflichtversicherung gedeckt sein und reguliert werden. 


Redaktion

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