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Der bedarfsorientierte Energieausweis bei Neuvermietung

Seit 2009 gilt: Für alle Häuser in Deutschland ist, wenn diese neu vermietet werden, dem Mietinteressenten ein Energieausweis vorzulegen. 

  • Seit 1. Mai 2015 ist eine vom Gesetzgeber gewährte Schonfrist beendet. 

Deshalb müssen seit diesem Datum die Energieverbrauchskennwerte in Immobilienanzeigen genannt werden, damit bereits an dieser Stelle Mietinteressenten eine weitere Vergleichsmöglichkeit zwischen den Immobilienangeboten haben. Spätestens bei der Besichtigung einer Immobilie durch Mietinteressenten muss ein gültiger Energieausweis vorgelegt werden. Verstöße gegen diese Pflicht(en) können mit Bußgeldern durch die Bauaufsichtsbehörde bestraft werden. 

Energieausweis - Wahl zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis

Oft ist es so, dass der Vermieter zwischen den beiden Ausweisarten bei einer Neuvermietung die Wahl hat und einen verbrauchsorientierten oder einen bedarfsorientierten Energieausweis für seine Immobilie erstellen lassen kann. 

  • Der verbrauchsorientierte Ausweis wird von Eigentümern häufig deshalb bevorzugt, da dieser deutlich weniger Kosten für die Erstellung verursacht.  

Die Vorlage eines verbrauchsorientierten Ausweises ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Diese und weitere Informationen zum verbrauchsorientierten Ausweis können Sie hier nachlesen. Unter Fachleuten gilt ein verbrauchsorientierter Energieausweis, im Vergleich zum bedarfsorientierten Ausweis, als nicht besonders aussagekräftig.

Was kann der bedarfsorientierte Energieausweis inhaltlich aussagen?

Der bedarfsorientierte Energieausweis enthält, so wird geworben, "objektive Angaben zum Energiebedarf von Wohngebäuden." Ein bedarfsorientierter Energieausweis wird auf Grundlage einer technischen Analyse des Hauses und seiner Bausubstanz erstellt. So sollen die energetischen Gebäudeeigenschaften unabhängig vom Verbrauchsverhalten der Mieter erfasst werden. Die getroffenen Feststellungen seien für den Mieter (auch für den Eigentümer) wesentlich aussagekräftiger.

Beim bedarfsorientierten Ausweis wird aber auch kritisiert, dass die zugrunde gelegten Daten nicht mit denen übereinstimmen, welche Verbraucher dann auf ihren Abrechnungen vorfinden. Das persönliche Heizverhalten finde zu wenig Berücksichtigung - die im Bedarfsausweis rechnerisch ermittelten Werte können, das ist aber auch beim verbrauchsorientierten Ausweis so, vom realen persönlichen Verbrauch deutlich nach oben oder unten abweichen.

Als wesentlicher Vorteil des bedarfsorientierten Ausweises gilt, dass dieser konkrete Hinweise zur energetischen Verbesserung der Bausubstanz eines Gebäudes enthält.

Daraus können sich für Mieter dann Anhaltspunkte geben, ob womöglich eine Modernisierung des Hauses anstehen könnte.

Tipp


Der Mieter hat in keinem Fall Kosten für einen Energieausweis des Vermieters zu tragen.

Hinweis


Wenn Häuser unter Denkmalschutz stehen, dann muss weder ein bedarfs- noch ein verbrauchsorientierter Ausweis erstellt werden.

  • Vermieter, die schon vermietet hatten, bevor der Energieausweis Pflicht wurde, sind immer erst bei einer Neuvermietung zur Vorlage eines Energieausweises verpflichtet.



Redaktion


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