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Aufrechnung - als Mieter gegenüber dem Vermieter selbst aufrechnen

Nehmen wir an, der Vermieter hat eine Geldforderung gegen Sie, z.B. aus einer Nebenkostenabrechnung in Höhe von 300 €.
Sie haben umgekehrt einen Zahlungsanspruch gegen den Vermieter, z.B. wegen einer Forderung auf Schadenersatz in Höhe von 200 €, oder z.B. auch wegen einer Ersatzvornahme, siehe auch weiter unten im Beitrag.
- Dann können Sie als Mieter / Mieterin Ihre Forderung gegen den Zahlungsanspruch des Vermieters aufrechnen, und müssten nur den Restbetrag von 100 € bezahlen.

Die Aufrechnung als Mieter gegenüber dem Vermieterselbst erklären, selbst aufrechnen

Wer selbst eine Aufrechnung durchführen will, muss dies der anderen Seite mitteilen.
Dabei muss klar sein, gegen welche Forderung(en) aufgerechnet werden soll, und welches die eigene Forderung ist, die dagegen aufgerechnet wird. 

Eine Aufrechnung kann besondere Vorteile bieten, z.B. wenn die eigene Forderung verjährt ist. 

Beispiel

"Gegen Ihre Forderung auf Nachzahlung der Betriebskosten aus Ihrer Abrechnung für das vergangene Jahr rechne ich auf mit meiner Forderung auf Schadenersatz, die ich Ihnen in meinem Schreiben vom... mitgeteilt habe."

Forderungen gegen den Vermieter - Zweifelhafte Wirksamkeit der Aufrechnung

Ob Ihre Aufrechnung zu Recht erfolgte, wird womöglich erst viel später entschieden. Käme in unserem Beispiel ein Richter zu dem Ergebnis, dass Sie gar keinen Schadenersatzanspruch hatten, oder nur in Höhe von 120,00 €, dann wären Sie den entsprechenden Restbetrag schuldig geblieben und würden zur Zahlung verurteilt.

Aufrechnung von Forderungen des Mieters mit der laufenden Mietzahlung

Wenn Sie gegen laufende Mieten aufrechnen, bleiben Sie dem äußeren Schein nach zunächst einmal Miete schuldig.

Mietrückstände können zu einer fristgemäßen Kündigung oder fristlosen Kündigung des Mietvertrags durch den Vermieter führen.

Besonders sorgfältig muss daher die Möglichkeit für die Vornahme einer Aufrechnung geprüft werden, bevor Sie gegen laufende Mietzahlungsverpflichtungen aufrechnen, z.B. wegen angeblicher Mietrückzahlungsansprüche oder wegen Schadenersatzes oder weil Sie eine Ersatzvornahme durchgeführt, eine Reparatur beauftragt haben und die entstandenen Kosten mit der laufenden Miete verrechnen wollen.

  • Wenn am Ende von Streitigkeiten Ihre Forderungen als unberechtigt angesehen werden, sind Sie Miete schuldig geblieben. 
  • Wenn die Vermieterseite wegen Mietrückstandes die Kündigung ausspricht, so kann diese Kündigung des Mietvertrages am Ende eventuell dann gerichtlich bestätigt werden, wenn Ihre Forderung nicht berechtigt war.
Hinweis


Wie Sie in Ihrem Fall richtig vorgehen, das sollte, bevor Sie eine Aufrechnung durchführen, im Rahmen einer sorgfältigen und fachkundigen Beratung geklärt werden.

Die Aufrechnung kann Vorteile, aber auch Risiken bieten.Teilweise kommt auch ein Zurückbehaltungsrecht in Betracht.

Eine Aufrechnung kann außergerichtlich oder auch in einem Prozess erfolgen.



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