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Schimmel in der Mietwohnung - bauartbedingte Ursache

In einem Haus aus dem Jahr 1969 war in einer Mietwohnung in fast allen Zimmern Schimmelbefall aufgetreten. 

Schimmel soll bauartbedingt in einem Altbau entstanden sein - Baustandard sei eingehalten

Der Streit landete vor dem Landgericht Lübeck  (Az. 14 S 74/14). 

  • Die Vermieterin argumentierte, dass das Haus zum Zeitpunkt der Errichtung gemäß dem seinerzeit geltenden Baustandard errichtet worden war - die Schimmelbildung sei sozusagen auch bauartbedingt.
  • Als Ausgleich für den Mangel sei eine unterhalb der ortsüblichen Miete zu zahlende Miete vereinbart worden. Außerdem befänden sich im Mietvertrag Hinweise zum Lüften und Heizen. 

Landgericht verurteilt Vermieter zur Schimmelbeseitigung in der Mietwohnung

Das Landgericht verurteilte die Vermieterin zur Mängelbeseitigung. 

Es sei zwar richtig, dass nur die technischen Standards geschuldet sind, die vereinbart seien, bzw. dem Baualter des Hauses entsprechen, aber dies gelte nicht für Schimmelschäden. 

  • Die Wohnung sei nicht mangelfrei, Schimmel sei ein Mangel.

Schimmelbildung - Merkblatt zum Heizen und Lüften ist keine Vereinbarung zum Mietvertrag

Ein dem Mietvertrag beigefügtes "Merkblatt zum Heizen und Lüften" sei keine vertragliche Vereinbarung, sondern nur ein allgemeiner Hinweis, kein Bestandteil des Mietvertrags.

  • Ist zwischen Mieter und Vermieter keine besondere vertragliche Vereinbarung zum Heizen und Lüften getroffen, dann müsse auch eine Altbauwohnung den Mindeststandard für ein zeitgemäßes Wohnen erfüllen.

Redaktion


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