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Verkalkter Wasserhahn, Armatur - keine Kleinreparatur für Mieter

Die Reparatur (bzw. Erneuerung) eines verkalkten Wasserhahns fällt nicht unter eine vom Mieter zu zahlende Kleinreparatur, so das Amtsgericht Gießen in einem Urteil vom 30.4.2008 (Az.  40 M C 125/08).

Verkalkter Wasserhahn - Mieter schuldet im Rahmen der Kleinreparatur keine Erneuerung

Die Vermieterin verlangte die Zahlung der Kosten für eine von ihr durchgeführte Reparatur (Austausch) eines verkalkten Wasserhahns. Ausgetauscht wurde ein Ventil mit Knebel. 

Der Mietvertrag enthielt eine wirksame Kleinreparaturklausel: 
Vereinbarung über Kleinreparaturen im Mietvertrag unwirksam?  

Kalkhaltiges Wasser - Verkalkungen sind vom Mieter in der Regel nicht zu beeinflussen

Das Gericht führte u.a. aus: Unter die vom Mieter zu tragenden Kleinreparaturen fallen nur Dinge und Gegenstände, die im häufigen Gebrauch des Mieters stehen und wo das Entstehen vom Mieter beeinflusst werden könne: 
Regelung zu Kleinreparaturen - Beispiele typische Kleinreparaturen  

In diesem Fall sei aber nicht erkennbar, wie eine durch kalkhaltiges Wasser entstehende Verkalkung vom Mieter durch pflegliche und sorgsame Behandlung des Wasserhahns bzw. der Armatur hätte verhindert werden können, so das Gericht. 

  • Der Austausch eines Ventils mit Knebel sei deshalb keine Reparatur, die der Mieter zu tragen habe, sondern eine Instandsetzung, Erneuerung.
  • Solche Kosten habe der Vermieter zu bezahlen. Die Klage des Vermieters wurde abgewiesen.

Verkalkte Perlatoren zählen zu den Kleinreparaturen

Verkalkte Perlatoren allerdings zählen zu den Kleinreparaturen und sind ggf. vom Mieter zu bezahlen, da solche Verkalkungen durch Reinigung und Pflege zu beseitigen sind.

Tipp


Prüfen Sie immer die in Ihrem Mietvertrag enthaltene Kleinreparaturklausel.
Bei einer unwirksamen Vereinbarung muss der Vermieter die Kosten tragen.


Redaktion


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