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Bohren in Kunststofffenster der Mietwohnung für Jalousien, Rollos

Wenn Mieter Kunststofffenster ohne Einwilligung des Vermieters anbohren, z.B. für das Anbringen von Rollos, Plissees, Jalousien oder Vorhängen, so ist dies eine Pflichtverletzung. 

Ein Vermieter kann daher Schadenersatz für Beschädigungen verlangen. 

Hinweis


Ist durch das Bohren die Substanz der Fenster beschädigt, dann kann dies sogar dazu führen, dass der Vermieter Fenster austauschen darf und der Mieter dies bezahlen muss. 

In solchen Fällen ist aber auch oft ein Abzug "Neu für Alt" möglich: 
Abzug Neu für Alt im Mietrecht - Schadenersatz des Mieters geringer 

Wohnungsrückgabe - Schadenersatz wegen Bohrlöchern in Kunststofffenstern der Mietwohnung

Das Amtsgericht Berlin-Spandau (AZ: 3b C 715/06) hatte einen solchen Fall zu entscheiden und kam zum Ergebnis, dass ein Anbohren der Rahmen von Kunststofffenstern eine Pflichtverletzung ist, wenn der Vermieter dafür einem Mieter keine Erlaubnis erteilt hat.  

Bohrlöcher in Rahmen von Kunststofffenstern sind nicht einfach zu reparieren

Das Verschließen der Bohrlöcher ist in der Regel nicht ohne weiteres möglich. Würde man die Bohrungen mit Kunststoffgranulat verschließen, dann würden diese Stellen durch mögliche Verfärbungen am Rahmen sichtbar sein. 

Da wegen der auftretenden Farbunterschiede keine nachhaltige Reparatur möglich war, konnte der Vermieter in diesem Fall sogar den Austausch der betroffenen Kunststofffenster als Schaden geltend machen und erhielt 3.151 Euro Schadenersatz.

In diesem Fall ließ das Gericht sogar keinen Abzug neu für alt zu Gunsten des Mieters zu, weil Kunststofffenster kaum einen Verschleiß hätten, so das Gericht.

Tipp


Andere Befestigungen für Jalousien. Plissees, Rollos  - nicht immer ist eine Genehmigung des Vermieters erforderlich.


Redaktion


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