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Möblierte Wohnung - wie hoch darf der Möblierungszuschlag sein?

In Ballungsgebieten, Großstädten werden sehr oft möblierte, teure Wohnungen vermietet. Damit wird versucht, den Wohnungsmangel zum einträglichen Geschäft mit möblierten Wohnungen zu machen. 

Auch zur Umgehung der Mietpreisbremse nutzen Vermieter immer häufiger die Möglichkeit, Wohnungen möbliert zu vermieten, verlangen mit einem Möblierungszuschlag kräftige Aufschläge auf die ortsübliche Miete.

  • Grundsätzlich:
    Der Möblierungszuschlag kann zulässigerweise zusätzlich als Aufschlag auf die ortsübliche Miete verlangt werden.
  • Der Möblierungszuschlag darf nicht unverhältnismäßig hoch sein, soll sich an einem Vorhandenen Zeitwert orientieren.
  • Der Vermieter muss die Berechnung des Möblierungszuschlags im Mietvertrag nicht offen legen. 
Hinweis


Übersteigt die verlangte Miete für die möblierte Wohnung die ortsübliche Vergleichsmiete für möblierten Wohnraum um mehr als 10 %, dann kann ein Rückforderungsanspruch für überzahlte Miete bestehen. 

Vermieter will Möblierungszuschlag - Wie hoch darf der Zuschlag sein?

In einem Urteil des Landgerichts Berlin (Az. 63 S 365/01) wurde anerkannt, dass ein Vermieter zwei Prozent des Zeitwerts der Möbel auf die Miete aufschlagen darf. 

Wie kann ein Möblierungszuschlag berechnet werden?

Bei neuen Möbeln kann von einer allgemeinen Nutzungsdauer von 10 Jahren ausgegangen werden. Der Zeitwert nimmt mit dem Alter der Möbel ab. 

Beispiel

Anschaffungspreis der Möblierung: 5.000 Euro, Ansatz 2 % Zuschlag

Nutzungsdauer: 10 Jahre

Wenn die Möbel bei Abschluss des Mietvertrags neu sind, ergibt die Berechnung:

5.000 * 2/100 = 100 Euro monatlich

Berechnung Möblierungszuschlag bei Mieterwechsel

Ein neuer Mieter zieht nach 3 Jahren in die möblierte Wohnung. Daraus ergibt sich eine Restnutzungsdauer der Möblierung von 7 Jahren.

Beispiel

Von 10 Jahren Nutzungsdauer sind 3 schon verbraucht. Also beträgt die Restnutzungsdauer 7 Jahre.

Berechnung:

5.000 geteilt durch 10 x 7 ergibt 3500, davon 2 Prozent = 70 Euro monatlich

Hohe Miete - möblierte Wohnungen sind in Ballungsgebieten, Großstädten teuer

Für Wohnungen mit Möblierung werden durchschnittlich 60-80 Prozent mehr verlangt, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Hinweis


  • Den Zeitwert einer Möblierung zu bestimmen ist schwierig.
  • Erscheint der Zuschlag zu hoch, kann man sich mit dem Vermieter nicht einigen, so bleibt nur, die erlaubte Miete bzw. die Höhe des Möblierungszuschlags gerichtlich feststellen zu lassen. 
  • Die Bestimmung eines Zeitwerts der Möblierung geht oft nur mit Hilfe eines Gutachters - kein einfacher Weg.

Ist es ein neuer Mietvertrag, und ist nach den allgemeinen Regeln die Mietpreisbremse anwendbar, dann können Mieter eine Rüge erheben.

Mietpreisbremse gilt für Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt

Übrigens: 
Mieter einer möblierten Wohnung haben grundsätzlich die gleichen Rechte und den gleichen Kündigungsschutz wie Mieter einer unmöblierten Wohnung, wenn die Wohnung nicht zulässigerweise zum vorübergehenden Gebrauch vermietet wurde, oder der Untermieter ein möbliertes Zimmer in der Wohnung hat, die der Vermieter selbst bewohnt.


Redaktion


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