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Taubenkot auf Balkon der Mietwohnung - Balkon muss nutzbar sein

Ist ein Balkon durch Taubenkot stark verschmutzt, deshalb nicht uneingeschränkt nutzbar, dann kann eine Mietminderung gerechtfertigt sein.

Der Vermieter muss auch Maßnahmen zur Abwehr der Tauben treffen.

Taubenkot auf Balkon der Mietwohnung - Tauben nisten direkt über dem Balkon der Mieterin

In Augsburg klagte die Mieterin eines Mehrfamilienhauses gegen ihren Vermieter - erst als auf dem Dach des Hauses Solarmodule angebracht wurden, fanden die Tauben Möglichkeiten zum Nisten und eroberten sich ihren "Lebensraum". 

Der Zustand wurde für die Mieterin untragbar. Die Tauben saßen an der Dachkante, der Kot fiel auf den Balkon. Zusätzlich fühlte sich die Mieterin durch das ständige Gurren sehr gestört. 

Abwehrmaßnahmen des Vermieters mit Raben aus Kunststoff halfen nicht. Da der Vermieter keine weiteren Maßnahmen gegen die Tauben ergriff, kam es zum Streit vor Gericht.

Gericht verurteilt Vermieter, Maßnahmen zur Taubenabwehr zu ergreifen

Das Gericht (AG Augsburg Az. 17 C 4796/15) holte ein Gutachten ein. 

  • Dieses kam zum Ergebnis, dass der Balkon nicht nutzbar sei und auch die Gefahr der Übertragung von Krankheiten bestehe.
  • Das Gericht verurteilte den Vermieter, Maßnahmen zu treffen, die den Taubenbefall künftig verhindern. Dies sei möglich durch Taubenstachel an der Dachkante, ggf. sogar durch ein Elektroabwehrsystem, damit die Mieterin ihren Balkon wieder nutzen könne.

Taubenkot - Mieter erhält wegen Erkrankung hohe Mietminderung und Schmerzensgeld

In einem älteren Gerichtsurteil (Amtsgericht Freiburg Az.  4 C 2113/96)  wurde einer Mieterin sogar hohe Mietminderung und Schmerzensgeld zugesprochen. Die Mieterin war wegen des Taubenbefalls erkrankt (Taubenallergie). Die Tauben hatten direkt über dem Balkon der Mieterin Nester gebaut, die Verunreinigung war massiv. Der Vermieter wurde auch verurteilt, Maßnahmen zur Taubenabwehr zu treffen. 


Redaktion


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