Logo

Wohnungsrückgabe - Schäden durch Hund des Mieters

Hat der Hund eines Mieters in der Wohnung Beschädigungen verursacht, die über ein normales Maß der Abnutzung (bei einer erlaubten Hundehaltung) hinausgehen, dann müssen Mieter die entstandnen Schäden ersetzen.

Bei einer Wohnungsrückgabe kommt es häufiger zu Meinungsverschiedenheiten, auch deshalb, weil vielleicht schon zum Einzug in die Wohnung Schäden vorhanden waren, die der Vermieter dann vom jetzigen Mieter, der die Wohnung aufgibt, ersetzt haben möchte: 
In der neuen Mietwohnung gab es von Anfang an Mängel, Schäden 

Mieter sagt, dass die Schäden schon beim Einzug vorhanden waren

Das Amtsgericht Saarbrücken (Az. 120 C 12/16) musste sich mit einer Klage des Vermieters auf Schadenersatz befassen.

Der Mieter hatte zum Auszug Schäden nicht beseitigt und auch Schadenersatz verweigert.  

Mieter muss beweisen, dass bereits bei Übernahme der Wohnung Schäden vorhanden waren

Bereits bei Übernahme der Wohnung seien die Beschädigungen vorhanden gewesen, die aber, so der Streit, nach Ansicht des Vermieters der Hund des Mieters verursacht haben sollte.

Die Rückgabe an den Vermieter erfolgte mit beschädigten Türen und Zargen, auch einem beschädigten PVC-Bodenbelag. 

  • Im vom Mieter und Vermieter unterschriebenen Rückgabeprotokoll waren die Schäden aufgeführt.

Übergabeprotokoll zum Einzug in die Wohnung - keine Schäden aufgeführt

Das Übergabeprotokoll zum Einzug enthiet keine Hinweise auf vorhandene Beschädigungen in der Wohnung.

Hinweis


Gibt es ein Übergabeprotokoll zum Einzug und besteht Streit über beim Einzug bereits vorhandene Schäden:

  • Mieter müssen in solchen Fällen beweisen, dass die Schäden bereits zum Einzug vorhanden waren
    - ein Protokoll hat für Gerichte eine sehr hohe Beweiskraft. 
  • Werden zum Einzug in einem Protokoll Mängel nicht (vollständig) erfasst, oder wird gar kein Protokoll erstellt, so sollte man so schnell wie möglich zusammen mit (einem) Zeugen ein eigenes Übergabeprotokoll erstellen, Mängel aufführen und Fotos machen

Übergabeprotokoll zum Einzug - Auszug - ehemals vorhandene Schäden nicht zu beweisen

  • Da es für den Mieter nicht möglich war zu beweisen, dass es sich um Schäden handelte, die schon von einem Vormieter stammen sollten, musste er Schadenersatz zahlen.

Der Vermieter konnte sich mit seiner Forderung nur zu einem kleinen Teil durchsetzen, weil er sich u.a. einen erheblichen Abzug "Neu für Alt" anrechnen lassen musste, da die Türen und Zargen vom Gericht als sowieso zu erneuern eingestuft wurden: 
Abzug Neu für Alt im Mietrecht - Schadenersatz des Mieters geringer 

Der Mieter hatte dadurch noch rund 470 Euro als Schadenersatz zahlen.


Redaktion


Hinweis

Durch Klick auf einen Tag erhalten Sie Inhalte zum Stichwort: