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Verjährung - Wann verjähren Ansprüche, Forderungen des Mieters?

Es gibt keine einheitliche Verjährungsfrist für alle Ansprüche, die Sie als Mieter gegen Ihren Vermieter haben können, sondern je nach Art des Anspruchs laufen unterschiedliche Verjährungsfristen. Wenn eine solche Frist abgelaufen ist, können Sie Ihren Anspruch nicht mehr durchsetzen, sobald sich der Vermieter darauf beruft.

Mögliche Ausnahme bei Geldansprüchen und Aufrechnung: 
Aufrechnung - als Mieter gegenüber dem Vermieter selbst aufrechnen 

Unverjährbare Ansprüche des Mieters

  • Ihr Anspruch auf Mängelbeseitigung (Instandsetzung) gegen Ihren Vermieter verjährt während des laufenden Mietverhältnisses überhaupt nicht. 
  • Dasselbe gilt, wenn Sie ausnahmsweise Anspruch auf Durchführung einer Mietermodernisierung oder Herstellung von Barrierefreiheit Ihrer Wohnung haben oder wissen möchten, ob Ihre Kaution ordnungsgemäß angelegt ist, oder wer aktuell Ihr Vermieter ist.

Regelverjährung für Ansprüche des Mieters - Kaution oder Miete zu viel gezahlt

Der Regelfall für Ansprüche während des laufenden Mietverhältnisses ist eine Verjährungsfrist von drei Jahren seit Entstehung Ihres Anspruchs und Ihrer Kenntnis, dass der Anspruch besteht. Das gilt z.B. für Aufwendungsersatz (Ausnahme: Bei Vermieterwechsel kurze Verjährung), für Schadensersatz, Abrechnung über Vorauszahlungen für Betriebskosten, Rückforderung überzahlter Miete oder Rückforderung Ihrer Kaution nach Ende des Mietvertrages. Diese Frist endet immer zum Jahresende.

  • Ist der Anspruch also irgendwann im Jahr 2017 entstanden, verjährt er mit Ablauf des 31.12.2020.

In welchen Fällen gilt die Kurze Verjährung?

Für manche Mieteransprüche gilt die kurze Verjährung von sechs Monaten:
Kurze Verjährung - Ansprüche des Mieters können schnell verjähren 
ZB. für Ihren Anspruch auf Wegnahme von Mietereinbauten: 
Einbauten für Rückgabe der Mietwohnung entfernen, ausbauen? 

Oder die Rückforderung einer an den Vermieter geleisteten ungerechtfertigten Ausgleichszahlung wegen einer unterlassenenen Renovierung, die gar nicht erforderlich, unrechtmäig war:
Wohnungsrückgabe - Schadenersatz wegen unnötiger Renovierung .

Die Sechs-Monats-Frist beginnt mit der Beendigung des Mietverhältnisses (das kann ein anderer Zeitpunkt sein als die tatsächliche Rückgabe der Räume!).

Achtung:
Bei einem Eigentümerwechsel verjähren einige Ansprüche gegenüber Ihrem früheren Vermieter schon sechs Monate nach dessen Löschung im Grundbuch: 
Verjährung von Ansprüchen bei Wechsel des Vermieters 

  • Prüfen Sie nach Beendigung eines Mietverhältnisses immer genau, ob Sie noch Ansprüche haben, die verjähren könnten.

Können der Mieter die Verjährung unterbrechen?

Rechtzeitig vor Ablauf der Verjährungsfrist sollten Sie durch einen Antrag bei Gericht dafür sorgen, dass die Verjährung unterbrochen wird.

Dadurch läuft die Frist erst einmal nicht mehr weiter ab: 
Verjährung als Mieter unterbrechen - Hemmung der Verjährung 

Hinweis

Im Einzelnen kann unklar sein, wann die Verjährung für einen bestimmten Anspruch beginnt oder endet, oder ob sie gehemmt ist. Warten Sie keinesfalls bis kurz vor Ende der von Ihnen angenommenen Frist ab, sondern nehmen Sie frühzeitig fachkundige Hilfe in Anspruch.



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