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Mieter hat Schaden verursacht - Wie Zeitwert einer Sache berechnen?

Wenn Mieter einen Schaden verursacht haben, dann muss dieser vom Mieter ersetzt werden. Dabei wird unterschieden, ob eine Sache kostengünstig repariert werden kann, oder ob eine beschädigte Sache ersetzt werden muss, weil eine Reparatur nicht möglich ist.

Hinweis


Der Vermieter hat immer nachzuweisen, wie alt eine zu erneuernde Sache ist.  

Schadenersatz des Mieters berechnen - Reparatur beschädigter Sache nicht möglich 

Wurde z.B. ein zur Ausstattung der Wohnung gehörender Teppichboden beschädigt, dann entsteht durch den Austausch eines beschädigten Teils des Bodens in der Regel ein optischer Farbunterschied: 
Beschädigung am Parkett, Laminat, PVC, Teppichboden.

Durch die Reparatur einer beschädigten Sache würde ein Farbunterschied entstehen

Optische Unterschiede als Folge einer Reparatur muss ein Vermieter nicht akzeptieren - daher darf der Bodenbelag im betroffenen Zimmer insgesamt ausgetauscht werden.

Berechnung des Zeitwertes für Mietsachschäden - Abzug Neu für Alt

Der mögliche Ansatz für die Berechnung des Schadenersatzes kann wie folgt sein:

In dem Beispiel ist ein Teppichboden 7 Jahre alt und die zu erwartende Lebensdauer beträgt 12 Jahre, der Teppichboden hatte insgesamt aller Kosten einen Preis von 700 Euro - mit diesen Angaben ist die Ermittlung eines Zeitwerts möglich.  

Lohnkosten und Arbeitskosten - Ermittlung des Zeitwerts einer beschädigten Sache

Beim Abzug Neu für Alt werden auch die Lohn- und Arbeitskosten berücksichtigt, nicht nur die Materialkosten. 

  • Es ist nicht zulässig, wenn Vermieter für das Ersetzen, den Austausch einer Sache, die Lohn- und Arbeitskosten vom Mieter zusätzlich extra zu 100 Prozent fordern.
Beispiel

Die Ausgangswerte für die Ermittlung des Zeitwerts einer 7 Jahre alten Sache:

12 Jahre Lebenserwartung der Sache (im Beispiel ein Teppichboden in einem Zimmer)

5 Jahre Restnutzungsdauer des beschädigten Teppichs

Anschaffungspreis der beschädigten Sache, einschließlich Lohnkosten für die Verlegearbeiten: 700 Euro

Ausgehend von diesen Daten ergibt sich eine Restnutzungsdauer von 5 Zwölftel (5/12) Jahren.

Es kann dann wie folgt gerechnet werden:

Zeitwert = 5 Jahre Restnutzungsdauer mal 700 € Anschaffungspreis (inklusive aller Kosten) = 3.500 €

geteilt durch 12 Jahre wirtschaftliche Lebensdauer, 

ergibt 291,67 Euro zu zahlender Schadenersatz.

Hinweis


Es ist zu empfehlen, sich mit dem Vermieter über die Höhe eines Schadenersatzes zu einigen, denn in einem Gerichtsstreit fallen in der Regel hohe Gutachterkosten für die Ermittlung der Höhe eines Schadenersatzanspruches an - wer den Streit verliert, der zahlt den "Löwenanteil" an den entstehenden Gerichts- und Anwaltskosten.

Lesetipp


Hier finden Sie eine Tabelle zur wirtschaftlichen Lebensdauer von Einrichtung und Sachen: 
Tabelle wirtschaftliche Lebensdauer - Schadenersatz bei Neu für Alt 



Redaktion


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