Logo

Wohnung, Wohnraum zeitweise mieten - vorübergehender Gebrauch

Wird Wohnraum nur zum vorübergehenden Gebrauch vermietet, dann hat der Mieter praktisch keinen Kündigungsschutz.

  • Der Vermieter muss in solchen Fällen keinen Kündigungsgrund und kein berechtigtes Interesse an der Kündigung vortragen.

Auch die Sozialklausel- als letzter Schutz eines gekündigten Mieters - also der Widerspruch gegen die Kündigung, weil sie eine besondere Härte darstellt - steht mietrechtlich nicht zur Verfügung.

Vorübergehende, zeitweise Anmietung einer Wohnung, Wohnraum

Typische Beispiele für eine vorübergehende, zeitweise Gebrauchsüberlassung von Wohnraum ist:

  • das Mieten von Hotelzimmern, Privatunterkünften, Ferienwohnungen, Ferienhäusern. 
Hinweis


Wesentliches Merkmal für eine zeitweise, vorübergehend mögliche Anmietung ist, dass Mieter in einer Wohnung keinen "Lebensmittelpunkt" begründen wollen, der Zweck der Überlassung von Wohnraum von kurzer Dauer, für einen vorübergehenden Wohnbedarf ist. 

Ein vorübergehender Wohnbedarf ist z.B. bei Monteuren (Monteurzimmer, Monteurwohnungen) gegeben, die bis zur Fertigstellung eines Bauvorhabens mieten.
Auch für einen Seminarteilnehmer, der bis zum Ende einer Fortbildung mietet oder Studenten, die an einem Austauschsemester teilnehmen, usw.  

  • Studenten und Auszubildende fallen aber ansonsten nicht in die Gruppe der Personen, denn diese haben ihren Lebensmittelpunkt in der Regel in der gemieteten Wohnung.

Vermieter kann nicht einfach zum vorübergehenden Gebrauch Mietvertrag befristen

  • Der Vermieter kann nicht einfach in den Vertrag schreiben, er vermiete nur zum vorübergehenden Gebrauch, und daher einfach den Mietvertrag zeitlich befristen. 
  • Es kommt also darauf an, ob tatsächlich nur ein vorübergehender Wohnbedarf oder ein allgemeiner Wohnbedarf befriedigt werden soll bzw. beim Mieter gegeben ist.

Lesetipp


Nicht jeder Zeitmietvertrag ist daher gültig - Gründe für wirksam befristeten Mietvertrag 

Vorübergehendes Wohnen in Studentenwohnheimen

Wohnraum in Studentenwohnheimen, Jugendwohnheimen (auch Schülerwohnheimen), ist zwar vom Vermieter leichter zu kündigen, die Berufung auf soziale Härtegründe ist aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen. 

Hinweis


In vielen Wohnheimverträgen - Allgemeinen Vertragsbedingungen - ist ausdrücklich festgelegt, dass zu vorübergehendem Gebrauch vermietet wird. 

Das dürfte meist unwirksam sein. 

Mieter von Wohnheimplätzen sollten aber bedenken, dass andere Bewerber vielleicht ebenso dringend auf den Wohnraum angewiesen sind. 


Redaktion


Hinweis

Durch Klick auf einen Tag erhalten Sie Inhalte zum Stichwort: