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Rechtsstreit mit dem Vermieter - Oft wird ein Gutachter beauftragt

Wenn sich ein Streit nicht ohne gerichtliche Hilfe erledigen lässt, z.B. weil die Ursache von Schimmel festgestellt werden soll, solche Schäden zu beseitigen sind, oder der Vermieter einen Schadenersatzanspruch wegen einer vom Mieter beschädigten Sache durchsetzen will, dann geht das oft nicht ohne die Mitwirkung eines Gutachters im Streit vor Gericht (Mietrechtsprozess). 

Als Mieter einen Mangel beweisen - oft muss ein Gutachter tätig werden

Wenn Mängel zu beheben sind, dann muss bewiesen werden, welcher Mangel genau besteht.

Oft spielt auch eine Rolle, wodurch er entstanden ist, welche Auswirkungen er für die Bewohner hat, ob es ein erheblicher oder unerheblicher Mangel ist. Auch die Frage, ob eine Mietminderung gerechtfertigt ist, hängt davon ab.

Kann dies nur durch einen Sachverständigen (Gutachter) geklärt werden, dann kann als Beweismittel vom Kläger oder dem Beklagten im Mietrechtsprozess ein Sachverständigengutachten "angeboten" werden. Das Gericht wählt einen geeigneten Sachverständigen aus und beauftragt den Gutachter.
Der schreibt das Gutachten, danach geht der Prozess weiter.

Kostenvorschuss für Gutachter ist zu bezahlen - das Gericht bestimmt durch wen

Bevor der Auftrag an den Gutachter erfolgt, muss der Kostenvorschuss eingezahlt werden, und zwar durch diejenige Partei, die - nach Ansicht des Gerichts - die Tatsache beweisen muss. Die Höhe des Vorschusses bestimmt sich nach dem geschätzten Aufwand, der für den Gutachter anfällt.

Beispiel

Stundensätze von 80 Euro und mehr sind durchaus üblich.

Wird z.B. geschätzt, dass der Gutachter 15 Stunden benötigt, dann beträgt der Kostenvorschuss 1.200 Euro (zuzüglich Nebenkosten für Fotos, Schreibgebühren, Mehrwertsteuer).

Mietrechtsstreitigkeiten - Wer zahlt am Ende des Prozesses den Gutachter, die Prozesskosten?

Am Ende des Prozesses entscheidet sich, wer welchen Anteil der Gutachter- und Prozesskosten endgültig tragen muss.

  • Gewinnt man als Mieter den Prozess, dann muss der Vermieter (als unterlegene Partei) einen großen Teil (eventuell 100%) der wegen der Prozessführung angefallenen Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten bezahlen.
  • Verliert man als Mieter jedoch den Prozess teilweise oder insgesamt, dann muss man die Prozesskosten und Gutachterkosten, auch die Anwaltskosten der Gegenseite, teilweise oder ganz bezahlen.
Beispiel

Der Mieter behauptet, drei Fenster müssten repariert werden, seien mangelhaft. Der Gutachter stellt aber nur an einem Fenster erhebliche Mängel fest. Das Gericht nimmt in solchen Fällen dann eine Kostenverteilung vor.

Rechtsschutzversicherer kann Kosten des Gutachters übernehmen

Eine Rechtsschutzversicherung, die Mietrechtsstreitigkeiten einschließt, übernimmt Kosten eines Sachverständigen in der Regel dann, wenn der Gutachter vom Gericht direkt beauftragt wurde. Sachverständigengutachten - Beweismittel im Mietrecht, Prozess 

Schwieriger ist es, wenn ein Privatgutachten in Auftrag gegeben werden soll. Ob die Versicherung diese Kosten übernimmt, sollte zuvor geklärt werden.

Hinweis


Besteht eine Versicherung, dann sollte vor Einreichung einer Klage immer eine Deckungsanfrage an die Versicherung erfolgen. Es ist zu empfehlen, dass Ihr Anwalt dies macht, weil die Erfolgsaussichten einer Klage zu benennen sind. Klären Sie, welche Gebühren Ihr Anwalt für die Anfrage berechnet.


Redaktion


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