Logo

Wohnungsrückgabe - Schadenersatz wegen Bohrlöcher in Fliesen?

Bei Rückgabe einer Wohnung kommt es wegen Bohrlöchern in Fliesen oft zum Streit zwischen Mieter und Vermieter. Selbst wenn diese Bohrlöcher mit einer Spachtelmasse verschlossen wurden, kann es doch sein, dass solche Stellen auffällig, unschön sind. 

Hinweis


Lassen Sie immer Ihren Mietvertrag prüfen, ob Sie zur Ausführung von Schönheitsreparaturen verpflichtet sind, denn 

bei einer unwirksamen Renovierungsklausel gelten für vorhandene Bohrlöchern andere Regeln als im Falle einer wirksamen Renovierungsverpflichtung. Unter den vorstehenden Links erfahren Sie die Einzelheiten.

  • Bohren und Dübeln für die Befestigung von üblicher Wohnungseinrichtung gehört normalerweise zu einem vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung. 

Tipp


Mieter müssen diese Arbeiten aber möglichst so durchführen, dass keine Beschädigungen entstehen.

Auf Grund alternativer Befestigungsmöglichkeiten von Gegenständen auf Fliesen (z.B. durch Kleben), sollten Mieter immer prüfen, ob dies möglich ist - Urteil dazu.

Vermieter fordert Schadenersatz wegen Bohrlöchern in Wandfliesen

Das (fachgerechte) Bohren in Fliesenfugen, also ohne dass angrenzende Fliesen beschädigt werden, gilt in der Regel als erlaubt, da solche Bohrlöcher bei Rückgabe der Wohnung durch fachgerechtes Verspachteln wieder geschlossen werden können.

Hinweis


Bohrlöcher, die für die Anbringung einer nicht üblichen Wohnungsausstattung gesetzt wurden (z.B. Halterung für Fernseher, Radio im Bad), können als nicht erlaubt eingestuft werden und zu Schadenersatzforderungen führen.

Wohnungsrückgabe - Wenn direkt in Fliesen gebohrt und Dübel gesetzt wurden

Das direkte Anbohren bzw. Durchbohren von Fliesen, kann als nicht fachgerecht gewertet werden. Wegen durchbohrter Fliesen kann sich ein Mieter schadenersatzpflichtig machen. Weil ein Austausch einzelner Fliesen selten möglich ist, muss eventuell ganz neu gefliest werden, denn Vermieter haben Anspruch auf ein einheitliches Erscheinungsbild einer gefliesten Wand.

Hinweis


Ob im Streitfall ein Gericht Bohrlöcher als Pflichtverletzung des Mieters sieht, oder als erlaubte und normale Nutzung der Wohnung wertet, ist immer eine Einzelfallentscheidung, auch wenn es um die Anzahl von Bohrlöchern geht.

Kommt es darüber vor Gericht zum Streit, dann wird in der Regel ein Gutachter feststellen, ob ein Schaden vorliegt - für die unterlegene Seite kann dies teuer werden.

  • Melden Sie einen von Ihnen möglicherweise verursachten Schaden immer Ihrer Haftpflichtversicherung. Sind Mietsachschäden eingeschlossen, so kann die Schadensregulierung möglich sein.

Lesetipp


Wenn Schadenersatz zu zahlen ist, so muss sich der Vermieter in der Regel einen Abzug "Neu für Alt" anrechnen lassen.


Redaktion


Hinweis

Durch Klick auf einen Tag erhalten Sie Inhalte zum Stichwort: