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Beweismittel im Prozess gegen Vermieter - wie kann ich das beweisen?

Im Prozess, Streit vor Gericht, kommt es meist darauf an, beweisen zu können, wie etwas abgelaufen ist, was wann wie vorgefallen ist, ob und wann die Gegenseite einen bestimmten Brief erhalten hat (oder auch ob und wann Sie selbst einen Brief erhalten haben), wann eine bestimmte Zahlung bei der anderen Seite angekommen ist, aber auch, ob und seit wann an Ihrer Wohnung etwas nicht in Ordnung ist, oder was in einer wichtigen Situation gesagt, passiert ist.

Aber nicht nur für einen Prozess brauchen Sie Beweismittel — im Gegenteil, manchmal kann ein Prozess sogar vermieden werden, wenn die Gegenseite weiß, dass Sie ordentliche Beweismittel haben.

Prozess gegen Vermieter - Beweise für einen Rechtsstreit müssen sorgfältig gesammelt werden

Ganz wichtig ist die sorgfältige Sammlung von Einzelheiten und Beweisen bei länger andauernden Missständen oder Auseinandersetzungen.

Z.B. sollte bei Beeinträchtigung durch Bauarbeiten unbedingt ein genaues Bautagebuch, bei Lärmbeeinträchtigungen ein Lärmprotokoll, bei Heizungsmängeln ein Heizprotokoll geführt werden, bei einer bevorstehenden Modernisierung Beweise für den Zustand des Hauses gesammelt werden (Instandsetzungskosten, Reparaturen sind bei einer Modernisierungsmieterhöhung nicht zu berücksichtigen!).

Tipp


Als Zeugen können Ihre Nachbarn oder Freunde sehr wichtig sein. Stimmen Sie sich möglichst rechtzeitig mit ihnen ab, so dass sie im Haus sind, wenn Sie Zeugen brauchen.

Welchen Beweis liefern Fotos im Mietrechtsstreit mit dem Vermieter? 

Fotos können sehr wichtig sein, sie sind allein aber kein ausreichendes Beweismittel, denn sie könnten manipuliert sein. Daher sollten Sie immer einen Zeugen fotografieren lassen oder an Ihrer Seite haben, der bestätigen kann, dass (und zu welchem Zeitpunkt) es genau so wie auf dem Foto auch in der Realität aussah.

Briefe als Beweismittel - Zugang von Schreiben muss in der Regel nachgewiesen werden

In der Regel müssen Sie den Zugang von Schreiben bei der Gegenseite (Vermieter, Hausverwaltung) nachweisen können.
Wenn Sie Briefe, Schriftstücke vorlegen, kann es notwendig sein, das Original vorzulegen, damit niemand behaupten kann, es sei verfälscht worden. 

Brief, Telefax und E-mail haben unterschiedlichen Beweiswert. 

Hinweis


Wenn Sie wissen möchten, welche Zustellung welche Rechtssicherheit für den Versand wichtiger Schreiben bietet, dann nutzen Sie unsere Übersicht über mögliche Zustellformen

Beweismittel im Mietrechtsstreit vor Gericht 
Die Prozessordnung kennt – außer der persönlichen Prüfung durch den Richter – nur drei Beweismittel:

  • die Urkunde – das kann z.B. der Mietvertrag, aber auch jeder Brief sein, wenn aus ihm eindeutig hervorgeht, wer ihn geschrieben hat
  • das Sachverständigengutachten – das ist ein vom Gericht selbst beauftragter Sachverständiger, der zur Neutralität verpflichtet ist
  • die Zeugenaussage als Beweismittel – dazu muss ein Zeuge oder Zeugen mit Vorname, Name und Anschrift benannt werden. Zeugen können persönlich von dem Richter befragt werden.
Hinweis


Für komplizierte Sachverhalte (z.B. bei Reparaturen, Instandsetzungen) kann es sogar notwendig sein, selbst einen Kostenvoranschlag anzufordern, selbst ein Gutachten (ein sogenanntes Privatgutachten) in Auftrag zu geben, oder gar ein selbständiges Beweisverfahren beim Gericht zu beantragen.

Vermieter anzeigen - Strafanzeige Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Untreue, Beleidigung

Es kann möglich sein, dass sich der Vermieter so verhalten hat, dass man als Mieter eine Strafanzeige gegen ihn wegen besonderer Vorkommnisse in Betracht zieht.

  • Immer sollten dafür dann auch die entsprechenden Beweise vorliegen, z.B. ein Zeuge vorhanden sein.

Weitere Hinweise: Strafanzeige gegen den Vermieter 

Lesetipp


Telefongespräche als Beweismittel - wenn andere über Lautsprecher mithören, Telefonate aufgezeichnet werden.



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