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Mieterselbstauskunft - Lügen kann sinnvoll sein

Es ist üblich geworden, dass Mieter vor Abschluss des Mietvertrags eine Selbstauskunft (Mieterselbstauskunft) erteilen sollen. Dabei ist ein sehr wesentliches Interesse des Vermieters herauszufinden, ob sich künftige Mieter die geforderte Miete überhaupt leisten können. 

Aber: Vermieter stellen auch gerne persönliche Fragen, möchten sich gerne ein "Bild" von ihrem künftigen Mieter machen.

  • Wird Ihnen ein Fragebogen vorgelegt, so müssen Sie diesen nicht beantworten - und haben in der Regel dann keine Chance, in den Kreis der Bewerber für die zu vermietende Wohnung einbezogen zu werden. 

Wesentliche falsche Angaben in der Selbstauskunft - Kündigungsrisiko für Mietvertrag

Sie sollten darauf achten, dass unwahre wesentliche Selbstauskünfte, zum Beispiel eine Übertreibung bei der Höhe des monatlichen Netto-Einkommens

oder auch die unwahre Beantwortung der Frage: "Wie viele Personen sollen einziehen?" zu einem Kündigungsrisiko für den Mietvertrag werden könnten.

Persönliche Fragen in der Selbstauskunft müssen nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden

Bestimmte Fragen müssen nicht der Wahrheit entsprechend beantwortet werden - lügen kann sinnvoll sein. Wer persönliche Fragen wahrheitsgemäß beantwortet, der verspielt seine Chancen die gewünschte Wohnung zu bekommen. 

Fragen, die in einer Selbstauskunft nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen

Nachstehende Fragen sind übrigens nicht zulässig. 

  • Dies einem Vermieter zu sagen hilft jedoch nicht, denn man möchte ja die Wohnung bekommen. Der Vermieter kann aber nicht erwarten, dass Sie solche Fragen wahrheitsgemäß beantworten.
  • Bei Fragen, die auf persönliche Vorlieben abzielen, persönliche Lebensbereiche betreffen, sollten Sie immer überlegen, wie sie möglichst eine neutrale bzw. positive Antwort geben. 

Fragen, die Ihren persönlichen und/oder intimen Lebensbereich betreffen könnten daher wie folgt beantwortet werden:

Beispiel
  • Sind Sie homosexuell? 

Da Homosexualität bei vielen Vermietern immer noch anrüchig ist, sollten Sie einfach mit: Nein antworten

  • Welche Religion haben Sie? 

Das ist heute nicht mehr so wichtig. Sie könnten also einfach: Keine schreiben. Aber, wenn es ein kirchlich engagierter Vermieter ist, schreiben Sie: Evangelisch oder katholisch, je nach Glaubensrichtung des Vermieters. Auch bei älteren privaten Vermietern kann sich die Angabe einer Religionszugehörigkeit empfehlen.

  • Haben Sie Vorstrafen? Nein
  • Haben Sie eine Parteimitgliedschaft, wenn JA, welche? Nein
  • Sind Sie Mitglied in einer Gewerkschaft? Nein
  • Besteht eine Schwangerschaft (Planen Sie Kinder)? Nein
  • Bekommen Sie oft Besuch? Nein, ich / wir lieben die Ruhe
  • Rauchen Sie? Nein
  • Hören Sie gerne Musik? 

Vermieter versuchen so u.a. herauszufinden, ob ein künftiger Mieter Anlass für Beschwerden, Ruhestörungen sein könnte: 

Selten höre(n) ich / wir mal leise Musik

Welche Art Musik bevorzugen Sie? Klassische Musik

  • usw. 

Vermieter wünscht im Rahmen einer Mieterselbstauskunft die Kopie des Personalausweises

Vermieter dürfen eine Kopie nicht verlangen, aber man sollte entscheiden, ob man dem Vermieter trotzdem eine Kopie überlässt. Die Chancen, den Mietvertrag ohne Kopie des Ausweises zu bekommen, sind sonst eher gering.


Redaktion


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