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Laminatboden beschädigt - Schadenersatz vom Mieter?

Verlangt der Vermieter bei Auszug aus der Wohnung, dass ein mitvermieteter Laminatboden im Rahmen der vom Mieter auszuführenden Schönheitsreparaturen ersetzt werden soll (Mieter soll Schadenersatz leisten, weil der Boden beschädigt ist), so ist dies in der Regel nicht die Angelegenheit des Mieters, 

Hinweis

Normale Gebrauchsspuren auf einem Laminatboden, die durch einen vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung entstanden sind, fallen immer in den Verantwortungsbereich des Vermieters.

Laminatboden hat normale Gebrauchsspuren - kein Schadenersatz vom Mieter

Der Vermieter hat die Kosten für den Austausch eines solchen Bodens zu übernehmen, wenn dieser nach Jahren seinen Glanz verloren hat, denn auch dies sind normale Gebrauchsspuren. 

  • Darunter fallen auch "normale" Kratzer und Schrammen, die im Rahmen eines üblichen Gebrauchs einer Wohnung entstehen. 

Schadenersatz, weil das Laminat Farbunterschiede aufweist

Auch Farbunterschiede (z.B. auf ehemaligen Stellflächen von Möbeln oder weil ein Teppich auf dem Laminat lag) sind normal.

Mieter soll sich an den Kosten eines neuen Laminatbodens beteiligen

Der Vermieter darf in allen Fällen einer normalen Abnutzung des Bodens keine Kostenbeteiligung für neues Laminat verlangen, Schadenersatz fordern, oder die Kaution einbehalten.

  • Wäre im Mietvertrag eine Klausel enthalten, dass der Mieter einen Austausch von Laminat als Schönheitsreparatur zu übernehmen hat, so wäre diese unwirksam. 

Wenn Schäden am Laminatboden sind, die der Mieter verursacht hat

Wurden aber vom Mieter Schäden am Boden verursacht, dann ist es möglich, dass der Vermieter Schadenersatz verlangen darf. Solche Schäden sind z.B. 

  • Brandflecken,
  • starke, tiefe Kratzer im Boden, (z.B. durch Haustiere), 
  • aufgequollenes Laminat durch unsachgemäßes Putzen.  

Schaden am Laminatboden voll bezahlen, sogar einen Austausch des Bodens?

Wäre ein solcher Schaden zu ersetzen (Vermieter hat Anspruch auf ein einheitliches Erscheinungsbild des Bodens), dann muss der Mieter nicht 100 Prozent der entstehenden Kosten übernehmen. 

Hinweis


Ein solcher Abzug kann bis zu 100 Prozent betragen. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Boden schon sehr alt ist, die übliche Lebensdauer (je nach Qualität ca. 8-15 Jahre) erreicht hat.

  • Dann hat ein solcher Fußboden keinen materiellen Wert mehr, der Wert geht gegen 0 Euro und der Mieter hat sehr gute Chancen, dass ein Schaden nicht zu bezahlen ist.
  • Urteil: Wohnungsrückgabe - Schaden an Laminat, Teppichboden - kein Schadenersatz wegen Alter des Bodens.

TIPP


Wird Schadenersatz verlangt, dann melden Sie den Schadenfall Ihrer privaten Haftpflichtversicherung. Wichtig ist, dass in der Versicherung Mietsachschäden eingeschlossen sind.

Die Versicherung prüft, ob der Schaden übernommen werden kann, wenn die Haftpflichtversicherung gemäß den Bedingungen zur Übernahme eines solchen Schadens verpflichtet ist.


Redaktion


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