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Lärm durch Baustelle vom Nachbargrundstück - Mietminderung

Eine große Baustelle, umfangreiche Bauarbeiten auf einem Nachbargrundstück, können zu einem Anspruch auf Mietminderung führen.

Wenn auf einem Nachbargrundstück eine große Baustelle ist, umfangreiche Bauarbeiten stattfinden, dann kann das für Ihre Wohnung zu erheblichen Beeinträchtigungen führen:
Maschinen, LKW-Verkehr, starke Staubentwicklung führen oft dazu, dass Sie als Mieterin oder Mieter in Ihrer Wohnung die Fenster nicht mehr öffnen können, starke Erschütterungen auftreten, Lärm von früh bis spät den Aufenthalt in der Wohnung, das Wohnen stark beeinträchtigen. Ausruhen, Lesen, Lernen in der Wohnung ist dann kaum möglich.

  • Das alles sind Gebrauchsbeeinträchtigungen, die grundsätzlich zu einer Mietminderung führen.

Vermieter akzeptieren das oft nicht, sagen, dass sie selbst ja auch nichts gegen die Bauarbeiten der Nachbarn tun könnten. Darauf kommt es aber gar nicht an.

Mietminderung wegen Bauarbeiten auf benachbarten Grundstücken, Häusern

  • Manche Gerichte geben sich damit zufrieden, dass allgemein der Umfang der Baumaßnahmen beschrieben wird und Zeugen dafür zur Verfügung stehen.
    Sie gewähren dann eine pauschale Mietminderung, z.B. von 20 % oder 25 % für die maßgebliche Bauzeit.
  • Andere Richter verlangen, dass Sie als Mieterin oder Mieter genau angeben und belegen, was an welchen Tagen von wann bis wann geschehen ist, und wie stark das Ihre Wohnung, das Wohnen beeinträchtigt hat: 
    Bautagebuch, Bauprotokoll bei erheblichen Störungen führen 
  • Manche Richter meinen auch, in der Innenstadt könne der Mieter eine Mietminderung gar nicht verlangen, wenn z.B. das Nachbargrundstück beim Einzug unbebaut war.
    Als Mieter hätte man dann mit Bauarbeiten rechnen müssen. Im Gesetz finden solche Ansichten keine Stütze - aber das nützt Ihnen erst mal nichts.

Was tun bei erheblichen Lärm durch Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück?

Sie sollten grundsätzlich so viel Information sammeln und dokumentieren wie möglich, damit Sie dem Gericht vortragen können, an welchen Tagen (z.B. auch Samstags) gearbeitet wurde, wann täglich die Arbeiten beginnen und enden, welche großen Maschinen zum Einsatz kommen (vielleicht auch von den Fahrzeugen die Firmenschilder notieren), welche besonderen Ereignisse eintreten (z.B. Kran- oder Gerüstaufbau, Bauschäden), welche Auswirkungen das auf Ihre Wohnung hat.

  • Führen Sie ein Bautagebuch, in dem Sie das notieren.
  • Tun Sie sich mit anderen Mietern zusammen. Man kann sich dann beim Eintrag in das Bautagebuch gegenseitig unterstützen.
  • Machen Sie ergänzend zum Bautagebuch Fotos, möglichst mit Datumseintrag (Fotos allein sind keine Beweismittel).
  • Sorgen Sie dafür, dass Zeugen zur Verfügung stehen, die bestätigen können, dass die Eintragungen im Bautagebuch richtig sind, die Fotos der Realität entsprechen.

Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück - Vermieter informieren

Der Vermieter weiß oft gar nichts davon, dass auf dem Nachbargrundstück gebaut wird. 

Sie sollten ihn jedenfalls schriftlich darüber informieren und sogleich mitteilen, dass Sie im Hinblick auf die gesetzliche Mietminderung ab sofort die Mietzahlung unter Rückforderungsvorbehalt stellen: 
Mietminderung - Wie die Miete mindern, kürzen, einbehalten? .

  • Achten Sie darauf: Sie müssen vielleicht später nachweisen, dass der Vermieter dieses Schreiben erhalten hat.
Hinweis


Dringend abzuraten ist davon, wegen Bauarbeiten einfach einen Teil der Miete einzubehalten. 


Redaktion


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