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Mietminderung wegen Bauarbeiten im Haus oder der Nachbarschaft

Umfangreiche Bauarbeiten im Haus (auch bei Modernisierungsarbeiten) oder in der Umgebung (große Baustelle) bzw. in der Nachbarschaft, können zu einer Mietminderung berechtigen.

Wenn Sie eine Wohnung gemietet haben, dann haben Sie den Anspruch, dass Sie diese auch ordentlich als Wohnung nutzen können. Bauarbeiten führen oft zu starken, erheblichen Einschränkungen des Gebrauchs. 

  • Kommt es zu einem Streit, weil der Vermieter eine Mietminderung ablehnt, dann müssen Sie später möglicherweise einen Richter davon überzeugen, wie stark die Beeinträchtigung (Lärm, Schmutz usw.) für die Nutzung Ihrer Wohnung durch die Bauarbeiten war. 

Bauarbeiten des Vermieters in der Wohnung - Miete mindern?

Bei Bauarbeiten, die der Vermieter an oder in Ihrer Wohnung ausführen lässt, sollten Sie genau aufschreiben, von wann bis wann welche Arbeiten stattfinden, welche Teile der Wohnung betroffen sind, und wie stark (z.B. : Kann man in der Küche Essen zubereiten oder essen; kann man in der Wohnung ruhen oder lesen; kann man die Fenster öffnen; wie umfangreich sind Verschmutzungen?). Sie sollten einen Zeugen haben, der Ihre Angaben bestätigt und Sie können zu diesem Zweck auch ein Bauprotokoll, Bautagebuch führen.

  • Auch wenn der Vermieter die Arbeiten in Auftrag gegeben hat, von den vorhandenen Einschränkungen, von Lärm usw. wissen müsste, müssen Sie ihn schriftlich über die Gebrauchsbeeinträchtigung informieren und sogleich wegen Mietminderung die Mietzahlung unter Rückforderungsvorbehalt stellen. Sie sollten nachweisen können, dass der Vermieter dieses Schreiben erhalten hat.

Mietminderung wegen Bauarbeiten in Nachbarwohnung

Das gleiche gilt bei Bauarbeiten in einer Nachbarwohnung. Schreiben Sie genau auf, von wann bis wann welche Beeinträchtigungen eintreten, lassen Sie das durch Zeugen bestätigen, machen Sie ein Lärmprotokoll.

Bauarbeiten auf Nachbargrundstück, Straßenbauarbeiten führen zu Belästigungen

Auch Bauarbeiten auf einem Nachbargrundstück oder Straßenbauarbeiten können zu einer starken Beeinträchtigung des Wohnungsgebrauchs führen. Manchmal akzeptieren die Gerichte eine pauschale Mietminderung für die Hauptbauzeit, manchmal verlangen sie, dass Mieter im Einzelnen vortragen, was wann geschehen ist.

  • Vermieter versuchen oft, sich gegen eine Mietminderung zu wehren mit dem Argument, für Bauarbeiten außerhalb des Hauses könnten sie auch nichts. - Diese allgemeine Behauptung ist aber nicht zu akzeptieren.
  • Weitere Einzelheiten: 

Was Sie bei umfangreichen Bauarbeiten im Haus oder der Nachbarschaft immer tun sollten

  • Immer sollten Sie möglichst früh schriftlich den Vermieter informieren und Ihre Mietzahlung unter Rückforderungsvorbehalt stellen.
  • Sie müssen notfalls nachweisen, dass der Vermieter dieses Schreiben erhalten hat.
  • Führen Sie - möglichst gemeinsam mit Nachbarn - ein Bautagebuch oder auch ein Lärmprotokoll in dem Sie notieren, an welchen Tagen von wann bis wann welche Beeinträchtigungen vorkommen.
  • Machen Sie Fotos, möglichst mit Datumseintrag (Fotos sind allein aber kein Beweismittel!)
  • Sorgen Sie dafür, dass ein Zeuge bestätigen kann, dass die Eintragungen im Bautagebuch korrekt sind, die Fotos der Realität entsprechen.
Hinweis


Welche Mietminderung Ihnen am Ende ein Gericht zuspricht, wie umfangreich Sie dort erklären und belegen müssen, was im Einzelnen die Beeinträchtigungen waren, ist schwer vorauszusehen.
Es ist daher immer riskant, Mietminderungsbeträge einfach von der Miete abzuziehen. Dies zeigt auch ein Urteil:

Zu hohe Mietminderung - fristlose Kündigung des Mietvertrags

  • Bei Mietrückständen von mehr als einer Monatsmiete droht die Kündigung.

Besser: Mietzahlung unter Rückforderungsvorbehalt stellen.

  • Nehmen Sie frühzeitig anwaltlichen Rat in Anspruch, wenn Sie eine Mietminderung wegen Bauarbeiten beabsichtigen.

Redaktion


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