Modernisierungsumlage, Mieterhöhung - Mieter kann Belege prüfen

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Modernisierungsumlage, Mieterhöhung - Mieter kann Belege prüfen

Wenn der Vermieter eine Mieterhöhung durch Umlage der Modernisierungskosten vornimmt, hat der Mieter den Anspruch auf Einsicht in alle zugehörigen Belege.

Nach einer Modernisierung kann der Vermieter eine Mieterhöhung vornehmen, indem er die Kosten der Modernisierung berechnet und einen Prozentsatz davon als Modernisierungsumlage auf die Miete für die einzelne Wohnung aufschlägt.

  • Die Modernisierungsumlage ist eine einseitige Mieterhöhung, es kommt nicht darauf an, ob Sie als Mieterin oder Mieter der Erhöhung zustimmen. Zahlen Sie die Mieterhöhung nicht, dann kann es zu Mietrückstand kommen, der auch zu einem Kündigungsrisiko führt.

Modernisierungskosten müssen dargestellt werden

Der Vermieter muss in seiner Mieterhöhungserklärung für jede einzelne Modernisierungsmaßnahme die Kosten darstellen. Dabei müssen auch ersparte Instandsetzungskosten angegeben werden, und ebenfalls muss angegeben werden, wenn sogenannte Drittmittel - also Zahlungen der Mieter selbst oder Zahlungen aus öffentlichen Kassen - als Förderung der Modernisierung geflossen sind.

Es müssen aber zunächst nicht die Belege für diese Kosten und Abzugspositionen beigefügt werden.

Modernisierung - Belegeinsicht zum Prüfen der Belege und Rechnungen sollte verlangt werden

Als Mieterin oder Mieter sollten Sie (am besten schriftlich) verlangen, dass Ihnen die Belege vollständig vorgelegt werden.

  • Sie (oder ein von Ihnen beauftragter Anwalt) können verlangen, dass Ihnen beim Vermieter bzw. der Hausverwaltung sämtliche Orginalbelege vorgelegt werden. Sie können auch eine fachkundige Person beauftragen, die mit Ihrer schriftlichen Vollmacht die Einsichtnahme durchführt.

Belegprüfung Modernisierung - Rechnungen müssen ordentlich zusammengestellt sein

Die Belege müssen geordnet zusammengestellt sein, z.B. nach Modernisierungsmaßnahmen und Gewerken (Handwerksbetrieben) sortiert. Zu den Unterlagen können auch die entsprechenden Verträge oder Ausschreibungen gehören, und die Zahlbelege dafür, dass die in Rechnung gestellten Beträge in voller Höhe bezahlt wurden.

Sie können auch die Vermieterseite bitten, sämtliche Belege in Kopie zu übersenden, ein Recht darauf haben Sie aber grundsätzlich nicht.

  • Ein Recht auf Übersendung von Kopien kann bestehen, wenn die Vermieterseite ihren Sitz in unzumutbarer Entfernung von Ihrer Wohnung hat.

Oft sehen es auch die Vermieter / Verwalter als komfortabler an, sämtliche Belege zu fotokopieren.

Hinweis

Wenn Sie selbst Unterlagen fotografieren, achten Sie darauf, dass diese wirklich gut lesbar sind. Weder ein Berater noch ein Gericht möchte sich mit unscharfen oder dunkelgrauen Ausdrucken beschäftigen.

Modernisierungsumlage - Belegprüfung ist erforderlich, sollte vorgenommen werden

Bei der Berechnung der Modernisierungsumlage kommen häufig Fehler vor. Deshalb sollten Sie die Belege unbedingt von einem erfahrenen Berater überprüfen lassen.

  • Manchmal lohnt es sich auch, trotz übersandter "kompletter Kopien" Einsicht in die Originalbelege zu verlangen.

Stoppt die Belegeinsicht erst einmal die Mieterhöhung wegen der Modernisierung?

Die Mieterhöhung tritt in dem vom Gesetz festgelegten Zeitpunkt ein. Daran ändert sich nicht automatisch etwas, wenn Sie Belegeinsicht verlangen und diese vielleicht länger nicht gewährt wird. Es sollte daher frühzeitig die Erhebung einer Feststellungsklage geprüft werden.


Redaktion

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