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Abtretung der Miete

Grundsätzlich kann der Vermieter die Forderung auf Miete, die er vom Mieter zu bekommen hat, an einen anderen abtreten - das bedeutet, dass der Andere die Zahlung der Miete an sich verlangen kann. Die Zustimmung des Mieters ist dazu nicht erforderlich, der muss davon zunächst gar nichts erfahren.

Abtretung der Miete durch den Vermieter

Der Vermieter kann die Mieten lange im Voraus abtreten, z.B. als Sicherheit für einen Bankkredit für ganz andere Grundstücke oder Geschäfte.

Sehr häufig ist auch die Abtretung an einen Käufer des Grundstücks oder der Wohnung, wenn der Kaufvertrag geschlossen, aber der Eigentumswechsel noch nicht im Grundbuch eingetragen ist.

Der Mieter muss selbst in diesem Fall nicht darüber informiert werden, solange nicht verlangt wird, dass der Mieter an den Abtretungsempfänger zahlt.

Bank teilt Mieter mit, dass die Mietforderung abgetreten ist

Beispiel

Was ist zu tun, wenn Ihnen die XY Bank schreibt:

Ihr Vermieter hat seine Mietforderung an uns abgetreten. Zahlen Sie künftig auf unser Konto...

Für den Mieter / die Mieterin kann das die Unklarheit bringen, dass man nicht weiß, an wen gezahlt werden soll: An den Vermieter, der im Vertrag steht, oder an denjenigen, der behauptet, die Miete sei an ihn abgetreten.

Hinweis

Der Abtretungsempfänger wird Ihnen in den seltensten Fällen ein Original der Abtretungsurkunde vorlegen. Hier ist unbedingt anwaltlicher Rat einzuholen, denn wenn Sie an den Falschen zahlen – und sei es im besten Glauben – müssen Sie unter Umständen noch einmal bezahlen, und im schlechtesten Fall kann derjenige, der das Geld bzw. die Miete nicht bekommen hat, vielleicht sogar den Vertrag wegen entstandener Zahlungsrückstände kündigen.

Vom Vermieter verlangen, dass die Abtretung der Miete bestätigt wird

Sicher können Sie nur dann sein, wenn der Vermieter schriftlich bestätigt, dass er tatsächlich die Forderung abgetreten hat und die Zahlung an den Abtretungsempfänger in Ordnung ist.

Lässt sich absolut nicht klären, ob die Abtretung in Ordnung ist, kommt eine Hinterlegung jeder Miete monatlich beim Amtsgericht in Betracht, zugegeben ein sehr umständlicher Weg.   

Wer im Falle einer Abtretung auf ein sogenanntes Sperrkonto einzahlt, riskiert die Kündigung

Keinesfalls darf das Geld einfach auf ein besonderes vom Mieter eingerichtetes Konto eingezahlt werden (in Mieterkreisen gibt es die Vorstellung von einem "Sperrkonto" - dies ist eine Falschannahme). Dann hat nämlich keiner der möglichen Berechtigten das Geld erhalten, die Miete ist schlicht nicht bezahlt, ein hohes Kündigungsrisiko ist die Folge.


Redaktion


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