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Arbeit oder Leistung des Mieters, Hilfe im Haushalt anstatt Miete zahlen

Ein Mietvertrag oder Untermietvertrag kann auch so vereinbart werden, dass der Mieter anstatt der Mietzahlung Arbeit oder sonstige Leistung erbringt, z.B. auch Tätigkeiten im Haushalt.

Ein Mietvertrag liegt nach dem Gesetz dann vor, wenn der Vermieter Raum oder Fläche zur Verfügung stellt, und der Mieter dafür eine Gegenleistung verspricht.

  • Wird gar keine Gegenleistung (Zahlung oder Dienstleistung) vereinbart, dann handelt es sich nicht um einen Mietvertrag, sondern um einen (unentgeltlichen) Leihvertrag.

Andere Gegenleistung als Mietzahlung, Geldzahlung kommt vor

Als Gegenleistung des Mieters für die Vermietung von Wohnraum kommt zum Beispiel in Betracht, dass der Mieter für den Vermieter sorgt, putzt, einkauft, ihn bei Bedarf herumfährt,

  • Es kann dann z.B. vereinbart werden, dass der Mieter neben diesen Leistungen nur eine wesentlich geringere Miete zu zahlen hat.
Hinweis


Manchmal ist das auch eher ein Arbeitsvertrag oder Dienstvertrag mit Dienstwohnung.

Mietverträge, in denen gar keine Miete gezahlt wird, sondern ausschließlich andere Gegenleistungen erbracht werden, sind selten, kommen aber vor, z.B. wenn der Vermieter nur ein Zimmer seiner Wohnung vermietet oder untervermietet, in der der Vermieter selbst wohnt, und Unterstützung im Alltag braucht.

Anstatt Mietzahlung oder neben einer Mietzahlung - andere Gegenleistung festlegen

Es sollte schriftlich festgelegt werden, welche Gegenleistung der Mieter schuldet.

  • Bleibt offen, was der Mieter tun muss, dann kann darüber Streit entstehen.
  • Es kann schwierig werden festzustellen, ob der Mieter seine Gegenleistung erbracht hat oder nicht.
  • Besonders dann, wenn gar keine Miete gezahlt werden soll, ist die schriftliche Vereinbarung für den Mieter wichtig.

Kündigungsschutz - wenn statt Mietzahlung eine Leistung vereinbart wurde

Was nicht schriftlich vereinbart wurde, kann später oft nur schwer bewiesen werden.

  • Nur wenn nachgewiesen werden kann, dass eine Gegenleistung vereinbart wurde, kann ein Wohnraummietvertrag belegt werden, und nur dann kann Kündigungsschutz in Anspruch genommen werden.
Hinweis

Allerdings kann ein Mietverhältnis, bei dem der Mieter ein Zimmer in der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung gemietet hat, ohnehin meist sehr leicht gekündigt werden.

Manchmal verringerter Kündigungsschutz für Wohnungen, Zimmer
Kündigung eines Zimmers, Vermieter wohnt in der Wohnung

Neuer Eigentümer - Vermieter will die Gegenleistung, Dienstleistung des Mieters nicht

Wenn der frühere Vermieter verstorben ist, kann oft der Erbe mit der vereinbarten Gegenleistung gar nichts anfangen. Möglicherweise kann man sich mit dem Erben einigen, dass von nun an eine entsprechende Mietzahlung geleistet und der Mietvertrag entsprechend geändert wird.

Andernfalls wird der Erbe versuchen, den Mietvertrag zu beenden.

  • Der Erbe des Vermieters hat kein besonderes Kündigungsrecht, es gilt der allgemeine Kündigungsschutz.

Auch wenn das Haus oder die Wohnung verkauft wird, hat der neue Eigentümer meist kein Interesse an der vereinbarten Gegenleistung. Auch hier kommt eine Vertragsänderung in Betracht, dass künftig eine Miete bzw. der entsprechende Anteil in Geld gezahlt wird. Es kann auch ausnahmsweise ein Anspruch des neuen Vermieters auf Vertragsänderung bestehen.

Vermieterwechsel: Neuer Eigentümer will neuen Mietvertrag

Hinweis


Ist dem "Mieter" ein Wohnrecht eingeräumt worden, hat der eine Position, die viel sicherer ist. Auch das muss aber bewiesen werden.


Redaktion


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