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Störende Geräusche der Heizung als Mangel der Mietwohnung

Der Vermieter ist verpflichtet, eine mitvermietete Heizungsanlage so einzurichten oder herzurichten, dass von ihr keine erheblich beeinträchtigenden Geräusche in der Wohnung des Mieters auftreten, zu hören sind.

Geräusche der Heizung können für Mieter sehr störend und damit ein Mangel sein

Heizungsanlagen können Lärm entwickeln, der in Wohnungen zu erheblichen Beeinträchtigungen führt. 

Beispiel

  • Heftiges Brummen beim Anspringen des Brenners,  
  • Knack- und Schlaggeräusche, die durch die Ausdehnung von Rohren bei der Erwärmung entstehen - so etwas kann sogar zu einem sehr lauten Knallen führen.

Solche Geräusche können - wenn sie stark, laut sind - als Beeinträchtigung für die Nutzung der Wohnung gewertet werden. 

Hinweis

Strömungsgeräusche in Heizkörpern, Heizungsrohren sind in der Regel kein störender Lärm

  • Mieter einer Wohnung haben normale Strömungsgeräusche, und auch andere geringe Geräuschentwicklungen, die nach allgemeiner Anschauung nicht so störend sind, hinzunehmen.

Es kommt nicht darauf an, ob Sie persönlich sich gestört fühlen.

Ein Richter ist davon zu überzeugen, dass die Beeinträchtigung durch Geräusche der Heizung in einer Wohnung tagsüber oder nachts so störend sind, dass sie nicht hinzunehmen sind.

Im Streitfall befasst ein Gericht in solchen Fällen meist einen Gutachter mit der Feststellung von Heizungsgeräuschen.

DIN 4109 ist in der Regel maßgeblich für die Einordnung der Geräusche einer Heizung

Als Maßstab dafür wird in der Regel die DIN 4109 herangezogen. Danach darf der Schalldruckpegel haustechnischer Gemeinschaftsanlagen innerhalb von Aufenthaltsräumen (Wohn-, Schlaf, oder Arbeitszimmer) den Dezibel-Wert 30 dB(A) nicht überschreiten. Es kommt aber nicht nur auf die überschrittenen Lärmpegel an, sondern es können auch andere Aspekte eine Rolle spielen, wie besonders hohe oder besonders tiefe Frequenzen oder die Schlagartigkeit des Auftretens ("Impulshaltigkeit") der Geräusche, teilweise wird der Begriff der Lästigkeit verwendet. Im Mietrechtsprozess werden teilweise auch geringere Lärmeinwirkungen als erheblich störend angesehen.

Hinweis


Wenn sonstige Lärmeinwirkungen reduziert werden, z.B. durch den Einbau neuer Fenster, dann treten manchmal Geräusche stärker hervor, die man zuvor - wegen des höheren allgemeinen Geräuschpegels - nicht als störend wahrgenommen hat.

Störende Geräusche der Heizung sind in der Mietwohnung zu hören - als Mieter beweisen?

Bevor Sie wegen Lärmbeeinträchtigungen die Miete mindern, sollten Sie sich vergewissern, dass die Beeinträchtigungen auch bewiesen werden können. 

  • Bei Heizungsanlagen ist häufig ein "Selbständiges Beweisverfahren" zu empfehlen - die Begutachtung sollte immer in der Heizperiode stattfinden. 

Hierzu sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen, auch hinsichtlich entstehender Kosten: 
Wann ist ein selbständiges Beweisverfahren im Mietrecht sinnvoll? 


Redaktion


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