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Legionellen im Trinkwasser eines Mietshauses

Legionellen im Trinkwasser eines Mietshauses stellen einen erheblichen Mangel dar. 

Von Legionellen geht eine akute Gesundheitsgefährdung aus. Bei einer Infektion mit der durch diese Bakterien ausgelösten Legionärskrankheit besteht Lebensgefahr -  die Krankheit kann tödlich verlaufen. 

Hinweis


Die Kontrolle des Trinkwassers ist für Vermieter Pflicht, wenn ein zentraler Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer mehr als 400 Liter für die Versorgung eines Hauses mit Trinkwasser bereit hält. Solche Anlagen sind alle drei Jahre auf Legionellen zu untersuchen.

Infektion mit Legionellen - infizieren schon beim Duschen möglich

Schon beim Duschen ist eine Infektionsgefahr gegeben, wenn zerstäubtes, mit den Bakterien verunreinigtes Wasser eingeatmet wird. 

  • Wurde bei der gesetzlichen Untersuchung des Trinkwassers festgestellt, dass dieses mit den Bakterien verunreinigt ist, dann kann von einer erheblichen Einschränkung der Wohnqualität ausgegangen werden. 

Vermieter muss Mieter über einen die Gesundheit gefährdenden Legionellenbefall informieren

  • Der Eigentümer / Vermieter ist verpflichtet einen gesundheitsgefährdenden Legionellenbefall (gemäß der Trinkwasserverordnung) den Mietern unverzüglich mitzuteilen. Ergibt die Untersuchung, dass Grenzwerte eingehalten sind, so kann die Information der Mieter unterbleiben.
Hinweis

Der Vermieter ist verpflichtet, Mietern auf Nachfrage über eine eventuelle (weitere) Legionellenkontamintaion (nach Maßnahmen zur Beseitigung) über den Zustand der gesamten Trinkwasserversorgungsanlage zu informieren. 

  • Kommt der Vermieter dieser Pflicht nicht nach, und bestehen erhebliche Zweifel an einer weiterhin bestehenden Verunreinigung, dann kann es möglich sein, dass wegen der Befürchtung über bestehende Gesundheitsgefahren der Mietvertrag mit ordentlicher Kündigungsfrist vom Mieter gekündigt wird. 
  • Bei einer solchen Pflichtverletzung durch den Vermieter, können Mieter Schadenersatz, Aufwandsersatz fordern, z.B. Umzugskosten (AG Hersbruck v. 04.02.2016, Az. 11 C 146/15 /  LG Nürnberg-Fürth v. 08.11.2016 – 7 S 1713/16).
  • Bei erheblicher Gesundheitsgefährdung (und wenn Maßnahmen zur Mangelbeseitigung nicht erfolgreich sind), kann sogar eine fristlose Kündigung möglich sein.
Zu Fragen wegen einer fristlosen Kündigung und eines möglicherweise in Frage kommenden Schadenersatzes, sollten Sie sich rechtlich beraten lassen, da es sehr auf den Einzelfall ankommt.

Vermieter muss Maßnahmen treffen, damit keine Legionellen entstehen

Der Vermieter muss Maßnahmen treffen, damit die Legionellenbildung wirksam verhindert wird.

Mietminderung wegen Legionellen in der Trinkwasserversorgungsanlage

Hinsichtlich der Höhe einer möglichen Mietminderung sollten Sie sich beraten lassen. Das Amtsgericht Dresden hat in einem Fall (Az. 148 C 5353/13) z.B. 25 Prozent für zulässig erachtet.

Legionellen - Einbau eines Filters nicht ausreichend 

  • Der Einbau eines Filters ist nicht ausreichend, weil hierdurch die Legionellenzahl nur vermindert, die Legionellenbelastung aber nicht beendet wird. 

Somit besteht die Gefahr einer Infektion weiterhin. 

  • Allein die bei nachgewiesener Legionellenbelastung bestehende Gefahr, dass eine Gesundheitsgefährdung besteht, kann zu einer Mietminderung berechtigen. 


Redaktion


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