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Schimmel? Gerichtsfestes Vorgehen für Streit vor Gericht

Tritt Schimmel auf, muss sich zunächst der Vermieter entlasten, dass die Ursache nicht in der Bausubstanz liegt. So können beispielsweise Wärmebrücken bestehen, wenn exponierte Bauteile, die leicht auskühlen, nicht ausreichend gedämmt sind, oder die Außenwand ist schlicht zu dünn.

Streit vor Gericht wegen Schimmel - Gerichtsfestes Vorgehen bedeutet Aufwand für Mieter

Leider finden sich im Gerichtsprozess häufig Gutachten, die dem Vermieter bestätigen, dass der Bau den zur Zeit der Erbauung geltenden (Minimal-) Anforderungen genügt. 

  • Insbesondere in den sechziger- und siebziger Jahren war Wärmedämmung noch kein Thema. Schimmel an Außenwänden ist in Bauten aus dieser Zeit häufig zu finden. 

Bildung von Schimmel - Der Mieter sollte nachweisen können, dass richtig gelüftet wurde

Entspricht der Bau den seinerzeitigen baulichen Vorschriften, muss sich der Mieter entlasten, dass der Schimmel nicht auf "falsches Wohnverhalten" zurückzuführen ist, also insbesondere ausreichend geheizt und (in der Regel 3x täglich) gelüftet wurde. 

Hier wären Zeugen von Vorteil, die das Heizen und Lüften in einem Zeitraum, in dem Schimmel auftrat, bestätigen können, zugegebenermaßen ein mühsames Unterfangen.

Ein zweites bzw. ergänzendes Gutachten, das das Gericht in Auftrag gibt, prüft dann ggf. noch das Lüftungs- und Heizverhalten und die während den Messungen auftretenden Temperaturen und Luftfeuchten (häufig über einen Zeitraum von zwei Wochen). 

  • Stellt sich heraus, dass auch bei richtigem Heizen und Lüften Schimmel entsteht, ist der Vermieter zur Beseitigung der Ursachen verpflichtet, muss also z. B. die Außendämmung verstärken. 

Michael Busch, Rechtsanwalt
10963 Berlin
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