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Hitze in Mietwohnung - hohe Temperaturen im Sommer ein Mangel?

Wenn sich die Wohnung im Sommer zu stark erhitzt, dann kann möglicherweise eine Mietminderung in Frage kommen, auch ein Anspruch auf Beseitigung des Mangels.

Dies kann auch für Dachgeschosswohnungen gelten - aber bei solchen Wohnungen müssen Mieter generell mit einer stärkeren Aufheizung rechnen.

Hinweis


Im Einzelfall kommt es immer auf die Beurteilung an, ob hohe Temperaturen in der Mietwohnung noch eine vertragsgemäße Nutzung ermöglichen, ab wann nicht mehr.

Pauschal kann nicht gesagt werden, ob bei hohen Temperaturen der Vermieter Maßnahmen zum Wärmeschutz, Schutz vor Sonneneinstrahlung, durchführen muss, ob überhaupt und ab wann ein zu beseitigender Mangel vorliegt.

Diese Beurteilung wird umso schwieriger in Zeiten des Klimawandels. Insofern können nur eindeutige bauliche Mängel (es wurde gegen Bauvorschriften verstoßen) den Vermieter zur Durchführung von Wärmeschutzmaßnahmen verpflichten.

Unerträgliche Hitze in der Mietwohnung - sommerlicher Wärmeschutz vom Vermieter?

Beträgt die Temperatur einer aufgeheizten Wohnung häufiger deutlich mehr als 26 Grad Celsius, dann kann es möglich sein vom Vermieter zu fordern, dass dieser Maßnahmen ergreift, damit es nicht zu einer unerträglichen Hitze in der Wohnung kommt.

Aufheizung einer Mietwohnung im Sommer - Muss der Vermieter den Mangel beheben?

Der Vermieter ist nicht in jedem Fall verpflichtet, gegen die Aufheizung einer Wohnung im Sommer bauliche Wärmeschutzmaßnahmen vorzunehmen. Gerade bei Dachgeschosswohnungen müssen Mieter mit einer stärkeren Aufheizung rechnen.

Hinweis


Ein Vermieter kann nicht gezwungen werden, Wärmeschutzmaßnahmen umzusetzen, die über die baurechtlichen Bestimmungen hinausgehen, die zum Zeitpunkt der Errichtung des Hauses einzuhalten waren.

  • Liegt aber ein Verstoß vor, wurden Bauvorschriften nicht eingehalten, dann ist dies ein baulicher Mangel, den der Vermieter beseitigen muss.
  • Muss der Vermieter Wärmeschutzmaßnahmen durchführen, so können Mieter keine bestimmten Maßnahmen durchsetzen.

Temperatur in der Mietwohnung steigt auf mehr als 26 Grad Celsius - unerträgliche Hitze

Es kann ein Mangel sein, wenn in der Wohnung bei sommerlichem Wetter die Temperatur deutlich über 26 Grad steigt, die Hitze tagelang anhält und nicht durch zumutbare Maßnahmen reduziert werden kann. 

Höhe einer Mietminderung wegen zu hohen Temperaturen in der Mietwohnung

  • Wenn die Hitze das Wohnen unerträglich macht, dann kann für diese Zeit eine Mietminderung möglich sein - 
    aber ein Mieter muss immer beweisen können, dass die Temperaturen in der Wohnung unzumutbar sind, es nicht möglich ist, durch normale zumutbare Maßnahmen die Temperatur zu reduzieren.
  • Unerträgliche Raumtemperaturen sollten tageweise (mit Uhrzeiten) in einem Protokoll festgehalten werden, und es sollten Zeugen vorhanden sein, die dies bestätigen können. 
  • Hilfreich sind Thermometer, die Temperaturen in Wohnungsbereichen im Verlauf eines Tages messen und protokollieren.

Die Höhe einer möglichen Mietminderung (wenn ein Mangel vorliegt) ist von den Umständen des Einzelfalls abhängig. Entschieden wurde z.B. in einem Fall (Amtsgericht Hamburg, AZ  46 C 108/04), dass eine Mietminderung von 20 Prozent in den Sommermonaten möglich ist.

Hinweis


Zur Durchsetzung einer Mietminderung ist die anwaltliche Beratung zu empfehlen!


Redaktion


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